Google belastet HTC
11. April 2009 – 11:05 UhrErheblich belastet wurde der Gewinn des Auftragsfertigers HTC mit der Forderung des Internet-Giganten Google nach mehreren Nachbesserungen. Der taiwanische Smartphone-Hersteller teilte in dieser Woche mit, dass die Auslieferung einiger neuer Produkte von März auf den April verschoben worden sei. Davon ist in erster Linie das HTC Magic, das zweite Smartphone mit dem Google-Betriebssystem Android, betroffen. Das für das Modell noch ein Button für die direkte Suche im Internet eingebaut werden sollte, hatte der Internetkonzern kurzfristig verlangt.
Durch die verzögerte Auslieferung ging den Nettoertrag von HTC im ersten Quartal um immerhin 30% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 4,89 Milliarden Taiwan-Dollar (109 Millionen €) zurück. Trotzdem will HTC an seinen Zielen festhalten und in diesem Jahr sein Wachstum in China verdoppeln, so Konzernchef Peter Chou. Ein zweistelliges Umsatzwachstum peilen die Taiwaner an. Bis zu vier weitere Android-Smartphones will HTC in diesem Jahr auf den Markt bringen.
Im Gegensatz zu Rivalen wie Nokia und Samsung hat sich der Smartphone-Hersteller von Beginn an auf die höherwertigen sowie margenträchtigeren Mobilfunktelefone fokussiert. Dass es in dieser Sparte in einem schrumpfenden Handy-Gesamtmarkt auch in diesem Jahr Wachstum gebe, orakeln Analysten. Dieses werde sich allerdings deutlich verlangsamen. Nur noch ein Plus von rund 20% (im Vorjahr waren es noch satte 70%) erwarten beispielsweise die Marktforscher von IDC.
Jedoch wird HTC von Analysten mit Skepsis beurteilt. Eric Yu von Taiwan International Securities sagte: „Die operative Gewinnmarge könnte unter Druck geraten, auch wenn HTC die Umsatzziele erreichen sollte.“ Dies wäre dann vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Wachstumsstrategie von HTC durch einen Gerichtsstreit mit IP Com bedroht wird. Dass HTC Schutzrechte des bayerischen Patentverwerters verletze, hatte Ende Februar nämlich das Landgericht Mannheim entschieden.
Quelle: FTD















