Hacker greifen E-Mail-Konto des britischen Justizministers an
26. Februar 2009 – 22:36 UhrEinen fingierten Hilferuf aus Nigeria verschickten Internet-Betrüger über das Hotmail-Konto des britischen Justizministers Jack Straw, während dieser in seinem Büro im Regierungsviertel Westminster bei der Arbeit saß. In dem angeblichen Ansinnen behaupteten die Hacker, das Straw bei einem Aufenthalt in der nigerianischen Hauptstadt Lagos seine Geldbörse verloren habe und nun dringend Geld brauche. An rund 200 seiner Kontakte geschickt wurden die gefälschten Mails. Darunter waren ranghohe Mitglieder der Labour-Partei und Ministeriumsmitarbeiter.
Damit er sich ein Ticket für die Rückkehr nach London kaufen und seine Hotelrechnung zahlen könne, wurden zudem Wähler aus Straws Wahlkreis gebeten, dem Minister 3.000 $, also rund 2.300 €, zu leihen. Die Empfänger reagierten genauso überrascht auf den skurrilen Hilferuf wie Straw selbst. Schließlich antwortete nur ein Wähler auf die Mail der Internet-Piraten, freilich ohne einen Cent zu überweisen. Straw sagte: „Die Behauptung war einfach zu lächerlich. Schließlich ziehe ich nicht einfach durch Afrika und verliere dabei mein Portmonee.“ Seit 2007 ist Straw Minister in der Regierung von Gordon Brown.
Wähler und Kollegen halfen Straw aber auf andere Weise, indem sie ihn anriefen. Straw, der die Auswirkungen des Falles prüfen lassen will, erklärte, dass er nach und nach mehr Anrufe bekommen habe, ob er wirklich in Lagos sei und 3.000 $ benötige. „Weil ich über das angegriffene E-Mail-Konto nur die Post für meinen Wahlkreis abwickele, ist nicht zu befürchten, dass interne Angelegenheiten im Hinblick auf die Regierung in die Hände der Internet-Betrüger geraten sein könnten“, ergänzte der Minister.
Quelle: NGZ















