Kourtis Internet Solutions
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„Deutschland braucht das Supernetz“

22. Januar 2010 – 10:29 Uhr

In einem Interview mit der Rheinischen Post sprach Achim Berg, Chef von Microsoft Deutschland, zuletzt über den Datenschutz in der digitalisierten Welt, die Vorteile der umfassenden Vernetzung und den Start des neuen Betriebssystems Windows 7. Dabei erklärte Berg, dass Klimaschutz und moderne IT kein Gegensatz seien, sondern sich ergänzten. Je moderner die Netze seien, desto besser könne man auch Energiesparen. So funktionierten Videokonferenzen nur mit schnellen Datenleitungen, wodurch allein bei Microsoft Deutschland in einem Jahr Reisekosten von 1 Million € gespart werden konnten. Berufstätige könnten zudem dank IT ihre Heizung einschalten, wenn sie auf dem Nachhauseweg sind. Weiterer Strom lasse sich zudem durch die Vernetzung vieler Geräte miteinander einsparen („Internet der Dinge“). So könne beispielsweise die Waschmaschine nachts eingeschaltet werden, während überschüssiger Strom aus den Windparks in die Stromnetze komme.

Auf den Einwand, dass das neue Supernetz bis zu 40 Milliarden € kosten solle, erwiderte Berg, dass Deutschland als Industriestaat keine Chance habe, wenn man nicht flächendeckend schnelle Datenleitungen einführe und in Städten sogar ein Übertragungstempo von bis zu 50 Mb erreiche. Der Telemedizin könne man beispielsweise nur so zu einem Durchbruch verhelfen. So könnten in ländlichen Regionen Menschen von Ärzten auch per Ferndiagnose untersucht werden. Untereinander und mit Konzernen könnten sich zudem die zunehmende Anzahl der Selbstständigen und die vielen Mittelständler vernetzen. Vor allem für das Bundesland Nordrhein-Westfalen sei dies immens wichtig, da die meisten Microsoft Kunden Deutschlands aus diesem Bundesland kommen und oftmals erzählen, dass sie gerne noch schnellere Internet Zugänge hätten.

Im Hinblick auf das Thema „Vernetzung als Jobkiller“ erklärte Berg, dass die Zeit vorbei sei, in der IT vorrangig einen Rationalisierungsschub mit sich bringe. Jetzt helfe sie dabei, dass neue Märkte erschlossen werden. Deshalb könne eine neue IT-Offensive auch bis zu eine Million neue Jobs bringen. Bezüglich des Datenschutzes, wenn immer mehr Daten in der so genannten Cloud (Wolke) auf einem von tausenden verbundenen Großrechnern geparkt werden, sagt Berg, dass Informationen auf zentralen Großrechnern viel sicherer lägen als auf privaten Computern oder bei kleinen Firmen. Bei von Profis gewarteten Systemen hätten es Hacker viel schwerer. Außerdem fügt Achim Berg hinzu, dass das neue Betriebssystem Windows 7 neue Datenschutzmechanismen biete und der Start am Markt exzellent verlaufen sei. Weltweit habe sich Windows 7 im ersten Monat mehr als doppelt so oft verkauft wie jeder Vorgänger. Noch stärker sei der Boom in Deutschland, dort sei Windows 7 besser angekommen als sonst wo auf der Welt.

Dann musste sich Berg dafür rechtfertigen, dass Nutzer von Windows Vista 80 € für ein Upgrade hin zu Windows 7 berappen müssten, obwohl sie das Produkt häufig nur erwerben, weil sie mit Vista unzufrieden sind. Bergs Replik dahingehend lautete, dass der von einigen Partnern angebotene Preis von 80 € für ein Upgrade auf Windows 7 ein Angebot an diese Kundengruppe sei. Beispielsweise könne jeder Student darüber hinaus Windows 7 bis Ende Februar für 35 € erwerben. Windows 7 sei ein völlig neues Produkt, auch wenn es stark auf Vista aufbaue. Man solle sich einmal überlegen, wie wichtig IT im Leben vieler Menschen sei, da sei eine Verbesserung des zentralen Betriebssystems das Geld wert.

Quelle: Rheinische Post