Anleger bestrafen Amazon für Kundenfreundlichkeit
17. Juli 2009 – 16:44 UhrIn Kundenbindung investiert Amazon sehr viel. Innerhalb eines Jahres übernahm der weltgrößte Internethändler für seine Kunden Portokosten in Höhe von 900 Milliarden $. Bei der Präsentation der Quartalszahlen gab das Unternehmen dies bekannt. Die Summe aus dem Premium-Angebot „Prime“ ist in den Kosten enthalten. Um Bestellungen via Expressversand und frei Haus zu erhalten, zahlen Kunden pro Jahr dafür 19 € in Europa und 79 $ in den USA.
Mit diesem Angebot setzt Amazon Konkurrenten wie eBay unter Druck. Fast immer müssen Kunden des Internetauktionshauses Versandkosten für erworbene Produkte bezahlen. Eine Strategiewechsel will zurzeit eBay-Boss John Donahoe durchsetzen, um damit in Amazons Geschäfte vorzudringen. Mehr Produkte zum Festpreis möchte eBay in Zukunft veräußern. Der Vorstoß eBays dürfte allerdings durch Amazons Portoservice erschwert werden.
Jeffrey Lindsay, Analyst bei der Bank Sandford C. Bernstein, erklärt: „Wir bewerten ‚Prime‘ weiter positiv, da dieser Portoservice eines der erfolgreichsten Online-Marketinginstrumente darstellt.“ Noch weiter geht sogar Amazons jüngster Zukauf Zappos.com. Komplett auf Gebühren verzichtet der Online-Bekleidungs- und Schuhversand nämlich bei Standardsendungen. Nicht kostenfrei ist jedoch der Expressversand. 635 Millionen $ erlöste das Unternehmen 2008. Amazon zufolge war der Gewinn jedoch „gering“. Das Unternehmen wollte sich dazu en Detail nicht näher äußern. Vor allem durch seine Kundenfreundlichkeit ist Zappos.com in den USA populär geworden.
Die Amazon-Anleger waren jedoch vom Quartalsergebnis des Konzerns enttäuscht, während die Kunden die Großzügigkeit begrüßen. Nach Bekanntgabe der Zahlen gab der Aktienkurs Amazons um mehr als 7% nach. Um 10% auf 142 Millionen $ schrumpfte Amazons Nettogewinn gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auf 4,65 Milliarden $ (plus 14,5%) legte der Umsatz zu.
Quelle: FTD















