Apollo hofft auf Zusage für Infineon-Deal
25. Juli 2009 – 16:41 UhrMöglichst bald genehmigen lassen möchte sich der Investor Apollo den geplanten Einstieg bei Infineon vom Bundeswirtschaftsministerium. Spätestens, wenn ein ausländischer Investor mehr als 25% an dem Unternehmen erwirbt, muss das Ministerium zustimmen, da der deutsche Chipkonzern sicherheitsrelevante Technologie herstellt. Möglichst schnell auf 29,9% möchte Apollo kommen. Tätig ist Infineon unter anderem in der Verschlüsselungstechnik. Als unwahrscheinlich gilt, dass das Ministerium den Einstieg ablehnt.
Vor kurzem hatte Infineon bekannt gegeben, dass man mit der Ausgabe neuer Aktien bis zu 725 Millionen € einnehmen wolle. 2,15 € soll dabei der Bezugspreis betragen. Zunächst werden die Aktien den Altaktionären offeriert. Während Apollo Global Management bis zu 30% minus einer Aktie an Infineon erwerben könnte, garantiert der Finanzinvestor so die Kapitalerhöhung. Über zwei Wochen soll die Bezugsfrist andauern. Dass viele Altaktionäre ihr Bezugsrecht nicht wahrnehmen, darin liegt das Kalkül von Apollo.
Nicht zur Abnahme verpflichtet ist Apollo, wenn dem Investor am Ende weniger als 15% an Infineon verbleiben. Seine Anteile muss er jedoch eine gewisse Zeit halten, wenn er einsteigt. Organisieren sollen die Platzierung der Bezugsrechte die Deutsche Bank, Merrill Lynch und Credit Suisse.
Ungewöhnlich positiv haben die Anleger die Nachricht von der geplanten Kapitalerhöhung Infineons aufgenommen. Günther Hollfelder, Analyst bei Unicredit, erklärte den Kursanstieg der Aktie folgendermaßen: „Der Aktienkurs wurde durch die Unsicherheit über eine möglicherweise drohende Insolvenz oder zusätzlichem Kapitalbedarf belastet. Nun ist diese Unsicherheit perdu.“ Jedoch könnte als Ironie des Schicksals gerade die Nachricht vom Einstieg Apollos diesen zunichte machen, sollte die Aktie weiter zulegen.
Quelle: FTD















