Apple bastelt an der nächsten Revolution
1. August 2009 – 12:01 UhrDie Financial Times schreibt, dass Apple die Einführung eines Internet fähigen Tablet-PCs vorbereite. Dabei beruft sich das Blatt auf Manager aus der Buch- und Musikszene. In der angesehenen Wirtschaftsgazette heißt es, dass das Gerät rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen werde, wobei es eine ähnliche Revolution auslösen soll wie zuvor iPhone und iPod, hoffe die Unterhaltungsindustrie.
Dass der berührungsempfindliche Computer über einen 10-Zollbildschirm verfügen solle, erklärten informierte Kreise. Das Gerät könne sich ins Internet einwählen, telefonieren sei aber nicht möglich.
Dass man sich in einem Bereich durchsetzen könne, in dem bislang alle Konkurrenten gescheitert sind, glaubt Apple offenbar. Ein Steckenpferd von Microsoft-Gründer Bill Gates war der Tablet-PC eigentlich. Einst hatte der Konzern diese Mini-Computer deshalb unermüdlich versucht zu etablieren.
Meike Escherich, Analystin beim Marktforschungsinstitut Gartner erklärt: „An sich ist der Tablet-PC ein Nischenmarkt. Den Sprung in den Massenmarkt hat bislang kein Tablet geschafft. Vor allem an der technischen Entwicklung hat das gelegen. Wegen der schwerfälligen Touchscreen-Technologie und der geringen Anzahl möglicher Anwendungen haben die alten Tablets es bislang nicht geschafft, sich im Notebook-Markt einen Namen zu machen.“
Nicht in direkter Konkurrenz zu den preisgünstigen Netbooks würde Apple mit dem Tablet-PC gehen. Dies schloss Tim Cook, Apples zweitwichtigster Manager, letzte Woche aus.
Yair Reiner, Analyst von Oppenheimer & Co., schätzt, dass das neue Gerät zwischen 600 und 1.000 $ kosten könnte. „Dass es viele Funktionen des iPod-Touchs besitzen wird, aber deutlich größer ist, davon gehe ich aus“, so Reiner. Eine große Tastatur wäre dann auch über den Touchscreen bedienbar.
Zu solchen Gerüchten lässt Apple sich wie immer nicht ein. Wie ein Geheimbund agiert der Konzern im Hinblick auf neue Produkte. Gerüchte um einen Tablet-PC ranken sich allerdings schon länger. Es heißt, dass er bald kommen sollte, dann wieder nicht. Nun aber hat Apple-Gründer Steve Jobs endgültig den Daumen nach oben gestreckt.
Dass Apple ähnlich wie im Markt für Telefone und Musikabspielgeräte erneut bahnbrechendes leisten kann, dahingehend sind die Hoffnungen in der Unterhaltungsindustrie riesengroß. Ein Manager aus der Unterhaltungsbranche verrät: „Bestens für das Abspielen von Filmen wird der Tablet-PC als tragbares Unterhaltungsgerät sein.“ Dass Apple den verglichen mit dem iPod größeren Bildschirm nutzen wolle, um neue Dienste anzubieten, orakeln Experten aus der Musikbranche. Dabei soll es sich um Dienste wie etwa interaktive Begleittexte und Booklets zu Musikalben handeln.
Dass Kunden selten ganze Alben kaufen, dazu hat die Einführung digitaler Musikangebote geführt. So picken sich die Kunden eher einzelne „Rosinen“ heraus. Da die Gewinnmarge beim Verkauf kompletter Alben höher ist, verdienen die Musik-Konzerne nun weniger.
Gespräche mit Apple geführt hat auch die Buchbranche. Als Alternative zum Sony-Reader, zu Amazons Kindle und den anderen Geräten zum Lesen elektronischer Bücher, sieht man dort das Tablet. Ein Verlagsmanager sagt: „Verglichen mit dem altmodischen Schwarz-Weiß-Fernseher des Kindles, verfügt der Tablet-PC über einen Flachbildschirm in Farbe.“
Angeblich noch nicht gesprochen hat Apple mit den Filmstudios. Dass man für den Tablet mehr Inhalte als bislang über Apples Internet-Shop iTunes bereitstellen könnte, kündigten Vertreter der Hollywood-Studios aber schon an. Sehr viel von dem Gerät erwarten auch führende Videospielhersteller.
Quelle: FTD















