Buchbranche kämpft gegen Online-Piraten
14. Juli 2009 – 10:45 UhrGegen die Online-Piraterie kämpft die Buchbranche. Alexander Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, erklärt: „Wir wollen dabei gegen die illegalen Tauschbörsen vorgehen und nicht gegen die Nutzer. Vor allem für Hörbuch- und Wissenschaftsverlage sieht der Verband Gefahren. Von illegalen Downloads betroffen sind bereits jetzt beide Segmente. Im Jahr 2008 erwirtschaftete die Buchbranche im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 0,4% (9,61 Milliarden €). Während der Umsatz von Wissenschaftstiteln nicht extra aufgeführt wird, stagnierte die Hörbuchsparte bei einem Anteil von 4,8%.
Bei illegalen Internettauschbörsen finden Verlage immer häufiger aufwändig und teuer produzierte Hörbücher oder Bücher. Millionenfach illegal aus dem World Wide Web geladen wurden beispielsweise Umsatzbringer wie „Harry Potter“. Damit ihr nicht das gleiche widerfährt und die Umsätze nicht zurückgehen, will die Buchbranche nun gegensteuern.
Das Portal Libreka hatte der Börsenverein bereits im März als Kauf- und Suchmaschine für E-Books ins Internet gestellt. Dort sind derzeit 110.000 Titel verfügbar. Bisher kann diese Internetplattform aber noch keinen erkennbaren Erfolg verzeichnen. Jürgen Horbach, Schatzmeister des Börsenvereins, verrät, dass man das Geld nach wie vor mit gedruckten Zeitschriften und Büchern verdiene. Der Verein hofft dennoch weiter auf den Erfolg von Librika.
Allerdings ließ der Branchenverband bislang offen, wie genau der Börsenverein gegen die Verbreitung illegaler Hörbücher ankämpfen möchte. Es hieß lediglich, dass man an die Anbieter herantreten wolle. Mit Klagen überzogenen hatte die Musikindustrie beispielsweise die illegale Internetmusiktauschbörse Napster Anfang des Jahres 2000. Später gab die Tauschplattform dann auf. Da die Buchbranche gerade im Onlinehandel die stärksten Zuwächse verzeichnet, profitiert sie allerdings auch vom Internet.
Quelle: FTD















