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Bwin wächst, AOL zahlt 200 Millionen $, Sony verschiebt Renditeziel

15. Januar 2010 – 10:28 Uhr

Aus der Leidenschaft der italienischen Bevölkerung bezieht der österreichische Internetsportwetten-Anbieter Bwin Interactive Entertainment seine Hoffnungen auf neues Wachstum. Während Bwin die Messlatte für 2010 höher legte, bestätigte das Unternehmen die Jahres-Prognose für das abgelaufene Jahr 2009. Bwin-Vorstand Norbert Teufelberger erklärte: „Um etwa 1,4 Milliarden € (plus 60%) werden in Italien in diesem Jahr die Spielerträge nach oben katapultiert. Ein weiteres großes Stück wollen wir uns von diesem Kuchen abschneiden.“ Für bis zu 115 Millionen € hatte Bwin im September auf dem Apennin die Firma Gioco Digitale erworben. Sie beherrscht rund ein Viertel des Marktes für Spiele und Wetten. Ein Betriebsergebnis vor Amortisation und Abschreibungen von 110 Millionen € will Bwin für das Geschäftsjahr 2009 erreichen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 konnte Bwin Netto-Spielerlöse von 263 Millionen € verbuchen.

Nachdem AOL bereits mitgeteilt hat, etwa ein Drittel der Belegschaft zu reduzieren (2.500 Stellen) sind jetzt die ersten Details bekannt geworden. Belastungen von bis zu 200 Millionen $ muss das US-Internetunternehmen für den Abbau der Arbeitsplätze kalkulieren. AOL teilte mit, dass diese Kosten im wesentlichen ab dem Datum der Ausgliederung vom US-Medienkonzern Time Warner während der ersten Jahreshälfte 2010 auflaufen werden. So soll ein schmerzhafter Schlussstrich unter den größten Fusionsflop der Wirtschaftsgeschichte gezogen werden.

Schließlich konnte die Fusion von AOL und Time Warner die gesteckten Erwartungen nie erfüllen. Das Internetunternehmen AOL wurde mit 163 Milliarden $ bewertet, als im Januar 2000 die Pläne für eine Fusion mit Time Warner an die Öffentlichkeit kamen. Man wollte so die Zukunft im Hinblick auf die Verteilung von Inhalten über das Internet einläuten. Man konnte jedoch die versprochenen Vorteile nie erreichen. Die Marktkapitalisierung von AOL wird bei der Ausgliederung wohl lediglich noch mit rund 3 Milliarden $ bewertet werden, orakeln Insider. Die Mitarbeiter wurden per E-Mail und Video von Firmenchef Tim Armstrong über den geplanten Stellenabbau informiert.

Noch einmal verschoben hat Sony sein Renditeziel. Eine Marge von 5% auf das operative Ergebnis wollte der japanische Elektronikkonzern ursprünglich einfahren. Das Management traut sich dies jetzt aber erst für das Geschäftsjahr 2012/13 zu. Bereits 2005 hatte Sony Chef Howard Stringer diese Marke als Ziel publiziert.

Die Japaner schlidderten im Jahr 2007/08 ganz knapp an diesem Ergebnis vorbei. Momentan kämpft der Konzern angestrengt um die Rückkehr in schwarze Zahlen, nachdem man sogar in die Verlustzone gerutscht war. Voraussichtlich wird auch das Geschäftsjahr 2009 mit einem deutlichen Minus versehen sein. Außerdem muss Sony den Wettbewerbern Marktanteile überlassen. Dass dem Management eine überzeugende Wachstumsstrategie abgehe, kritisieren Investoren schon lange. Mit dem Verkauf von Geschäftsfeldern, die nicht zu den Kernaktivitäten Sonys gehören, mit Werksschließungen und Stellenabbau reagiert das Unternehmen auf die schlechte Geschäftsentwicklung. Dass die 5%-Marke in der Bilanz für das am 31.03.2013 endende Geschäftsjahr stehen soll, darauf legte sich das Management nun fest.

Quelle: FTD, Reuters