Chipkrise geht unaufhörlich weiter
6. März 2009 – 10:09 UhrDie Krise in der Chipbranche nimmt unaufhörlich ihren Lauf. Nach dem deutschen Hersteller Qimonda hat nun auch der US-Rivale Spansion Insolvenz angemeldet. Nach dem so genannten Chapter 11 beantragt der weltweit drittgrößte Flashspeicherhersteller Gläubigerschutz. Dies betrifft auch sämtliche amerikanische Tochterunternehmen. „Um unser Geschäft zu bewahren, ist der Gläubigerschutz das effektivste Mittel“ verrät Spansion-Boss John Kispert, der erst Anfang Februar auf den Chefsessel beordert wurde. Das Unternehmen ist nicht in der Lage dem weltweiten Nachfrageabschwung und dem rapiden Preisverfall in der Chipbranche zu trotzen.
Noch kein Gewinn steht für das ehemalige Jointventure des Computerchipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) und des Elektronikkonzerns Fujitsu bislang in den Büchern. Und Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht. Für das laufende Jahr prognostizieren die Marktforscher von Gartner ein Umsatzminus um 24% in der Chipbranche. Auf 15,3 Milliarden $ (-29%) fiel allein im Januar der weltweite Erlös mit Chips im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres. Dies teilte gerade der Branchenverband SIA mit.
Dabei wollte Spansion zwischenzeitlich sogar mit einem anderen Geschäftsmodell den Kopf aus der Schlinge ziehen. Als so genannter Patent-Troll war der Konzern aus Kalifornien im November 2008 auf der Bildfläche erschienen. Für künftige US-Importe von populären Elektronikartikeln wie Blackberrys, iPhones und iPods, in denen der weltgrößte Speicherchiphersteller Samsung Chips verbaut, forderte Spansion hunderte Millionen Dollar pro Jahr an Lizenzgebühren und eine Entschädigung in Milliardenhöhe. Spansion warf Samsung den Missbrauch eigener Patente und Ideenklau vor. 2007 übernahm Spansion nämlich seinen Geschäftspartner Saifun, der auf die Lizenzierung geistigen Eigentums von Chipherstellern spezialisiert ist. Deshalb war von Insidern mit Patentklagen gerechnet worden.
Quelle: FTD















