Cuil - Neue Suchmaschine mit Riesen-Index
31. Juli 2008 – 21:38 UhrAnna Patterson, geboren 1973 in Chicago, hat viel erreicht im Suchmaschinen-Geschäft: In ihrer Zeit beim Marktführer Google schaffte sie es immerhin auf die Position der technischen Leiterin einer der zwei Web-Ranking Gruppen. Fast “nebenbei” trug sie die Verantwortung für Google Base und mischte ganz entscheidend bei der Entwicklung von Googles Ad-Matching Technologie mit, die nur Anzeigen in eine Seite einbettet, die in einem sinnvollen Kontext zum eigentlichen Inhalt der Seite stehen.
Aber Anna Patterson will jetzt mehr.
Genauer: Sie will 121.617.892.992.
So viele Seiten soll ihre neue, von Google völlig losgelöste, Suchmaschine namens “Cuil” nämlich durchsuchen. Das seien, so behauptet zumindest das Cuil Marketing, bis zu drei mal mehr, als bei jeder anderen Suchmaschine. Eine waghalsige Aussage, besonders wenn man bedenkt, dass der vermutlich größte Konkurrent, nämlich Pattersons ehemaliger Arbeitgeber Google, seit geraumer Zeit keine detaillierten Informationen über den Umfang der durchsuchten Seiten mehr veröffentlicht.
Neben Patterson sind als Gründer noch ihr Ehemann Tom Costello und Ex-Googler Russel Power mit an Bord. Power war bei Google für die TerraGoogle-Server verantwortlich und beschäftigte sich darüber hinaus mit den Themen Webranking und Spam-Erkennung.
Mit insgesamt 33 Millionen US-Dollar Risikokapital geht also nun Cuil an den Start.
Die Suchmaschine, deren Name nach eigenem Marketing wie “Cool” ausgesprochen werden will, verspricht eine übersichtlichere und reichhaltigere Darstellung der Inhalte und will den Benutzern die Möglichkeit an die Hand geben, diese zu strukturieren. Konkret bedeutet das zur Zeit: Die Suchergebnisse werden in einer in wahlweise drei oder zwei Spalten gegliederten Übersicht dargestellt - bei vielen wird ein Bild mit eingeblendet, das aber nur selten wirklich einen Bezug zum Inhalt hat.
Der Auszug aus der Seite, der zusätzlich zum Titel der gefundenen Elemente angezeigt wird, ist zwar vergleichsweise lang, dafür aber meist leider so schlecht gewählt und präsentiert, dass auch er kaum einen Schluss auf die Relevanz des Ergebnisses erlaubt.
Weiter bietet Cuil an, die Suche auf bestimmte Kategorien einzugrenzen, die sich dann aber meist als schlecht gepflegt oder schlichtweg leer präsentieren.
Darüber hinaus scheint entweder der auf den Datenmassen von archive.org basierende Datenpool deutschsprachige Inhalte größtenteils zu ignorieren, oder aber Cuil ist noch nicht so weit, aus der Position des Suchenden seine vermutlich bevorzugte Sprache abzuleiten.
Positiv anzumerken bleibt: Was bei Google nur als experimentelle Funktion zu haben ist, ist bei Cuil Standard: Bereits während der Eingabe der Suchbegriffe macht die Suchmaschine passende, meist intelligent gewählte Vorschläge, die die Suche beschleunigen und verbessern können.
Eine weiter Abgrenzung gegenüber Google ist wohl auch die Datenschutzerklärung von Cuil: Weder persönliche Daten, noch die bisher gestellten Suchanfragen eines Benutzers sollen gespeichert werden.
Es sind also durchaus gute Ansätze zu erkennen auf cuil.com, auch wenn die Suchmaschine heute bereits dem Ansturm nicht immer ganz gewachsen war und sich teilweise verabschiedete, aber es ist noch eine ganze Menge Arbeit nötig, um aus der tatsächlich beeindruckend großen Zahl indexierter Seiten einen wirklichen Mehrwert bei der Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse ziehen zu können.
















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