Druck für kleinere DSL-Anbieter
1. April 2009 – 15:13 UhrScharfer Wind ins Gesicht bläst den kleineren DSL-Anbietern auf dem Internetmarkt. Unabhängigen Internetfirmen nehmen die großen Wettbewerber Vodafone/Arcor und Deutsche Telekom sowie die TV-Kabelnetzbetreiber Marktanteile ab. Dadurch bröckeln die Renditen. Eine der größten Konzern ungebundenen Telekom-Wettbewerber musste deshalb in der vergangenen Woche bereits Probleme mit seinem DSL-Geschäft einräumen: rund 340.000 der ehemals 1,28 Millionen Breitbandkunden verlor Freenet im Jahr 2008. Dieses negative Ergebnis präsentierte Vorstandsprecher Joachim Preisig bei der Vorlage der Jahresbilanz 2008 in Hamburg.
Die Zahl seiner DSL-Verträge konnte der Wettbewerber United Internet zwar vergangenes Jahr um 230.000 auf 2,28 Millionen ausbauen, dennoch veröffentlichte Firmenchef Ralph Dommermuth bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt dunkelrote Zahlen. Vor allem Abschreibungen auf Beteiligungen an den Wettbewerbern Versatel, Freenet und den Mobilfunk-Provider Drillisch, war dies geschuldet.
Ihre Jahreszahlen publiziert hatten zuvor bereits die zum Verkauf stehende Telekom-Italia-Tochter Hansenet und Versatel. Kaum profitierten auch diese beiden DSL-Anbieter vom Marktwachstum 2008. Sie mussten fallende Umsätze beziehungsweise geringere Gewinne je Breitbandkunde verbuchen. Marktführer Telekom hingegen verzeichnete deutliche Neukundengewinne. Der Marktführer konnte die Zahl seiner DSL-Anschlüsse um 1,6 Millionen auf 10,6 Millionen steigern.
Auch die TV-Kabelbetreiber KDG, Kabel BW und Unitymedia konnten wie die Nummer zwei im Festnetz, Vodafone/Arcor, ihre Marktanteile 2008 durch günstige Komplettangebote nach oben schrauben. Die Zahl ihrer Breitbandkunden verdoppelten die Kabelfirmen sogar auf nahezu 1,85 Millionen.
Überdies erwarten Experten eine deutliche Abschwächung des Marktwachstums. 2009 werden es nach deren Schätzungen nur zwischen 1 und 2 Millionen Kunden sein, die erstmals einen schnellen Internetanschluss buchen, während es 2008 noch rund 4 Millionen waren.
Quelle: FTD















