Kourtis Internet Solutions
KOURTIS INTERNET SOLUTIONS

eBay verkauft 65% von Skype

29. August 2009 – 13:37 Uhr

Dass der Internet-Telefondienst Skype verkauft wird, ist jetzt offiziell. Und der Erfinder des Browsers Netscape befindet sich dabei unter den Käufern. An eine Investorengruppe rund um den Netscape-Gründer Marc Andreessen und Finanzinvestor Silver Lake veräußert eBay die Mehrheit am weltweit führenden Web-Telefondienst Skype. Eine Unternehmensanleihe im Wert von 125 Millionen $ sowie 1,9 Milliarden $ in bar für 65% an Skype, bekommt das Internetauktionshaus aus Kalifornien. Mit 2,75 Milliarden $ wird der Online-Telefonservice damit bewertet. Viele Analysten sind der Meinung, dass eBay mit einem für 2010 anvisierten Börsengang so viel Geld nicht generiert hätte.

Als der größte strategische Fehler der ehemaligen Konzernchefin Meg Whitman gilt die eBay-Episode Skype, die nun beendet ist. Für Skype legte Whitman vor vier Jahren insgesamt über 3 Milliarden $ auf den Tisch. Eine Sonderabschreibung (1,4 Milliarden $) musste eBay im Jahr 2007 für Skype vornehmen. Die erhofften Synergien mit eBays Kerngeschäft blieben aus, obwohl Skype unter der Herrschaft des Webmarktplatzes die Anzahl der registrierten Nutzer von 53 Millionen auf über 405 Millionen hatte steigern können. Laut Aussage eBays soll der Umsatz 2011 über eine Milliarde Dollar betragen. eBay-Boss John Donahoe musste allerdings jetzt zugeben, dass Skype keine Synergien mit PayPal und eBays E-Commerce-Geschäft habe, aber ein gutes, alleinstehendes Unternehmen sei.

eBay-Vorstandschef Josh Silverman ergänzte: „Mit dieser Transaktion sind wir wieder ein selbstständiges Unternehmen. Außerdem glaubt die neue Inhaber-Gruppe von Skype fest an die Erfolgsaussichten unseres Teams und an unsere Mission.“

Dass er bereit wäre, Skype zu verkaufen, hatte Donahoe vor der Börsenankündigung von Skype öffentlich gemacht. Die Skype-Pioniere Janus Friis und Niklas Zennström waren als Käufer kolportiert worden. Diese hatten allerdings einen Preis weit unter den Vorstellungen Donahoes offeriert.

Teil der Investorengruppe, die sich nun die Mehrheit an Skype sicherte, sind die beiden Europäer Friis und Zennström nicht. Die Investmentfirma Silver Lake aus dem Silicon Valley ist hierbei federführend. Der ehemalige Skype-Investor Index Ventures, (Risikokapitalgeber mit Sitz in Genf und London) ist der zweitgrößte Investor der Gruppe. Mit dabei ist zudem die Investmentfirma Adreessen-Horowitz, die Netscape-Gründer Andreessen und eBay-Aufsichtsratsmitglied Ben Horowitz vor wenigen Wochen ins Leben riefen. Einer der weltweit größten Pensionsfonds, das Canada Pension Plan Investment Board, stößt als vierter Geldgeber ebenso hinzu.

Keine Angaben wurden darüber gemacht, wie hoch die Anteile der verschiedenen Investoren an Skype sind. Insider vermuten allerdings, das Andreessen-Horowitz rund 50 Millionen $ investiert hätten.

Es sei eBays Wunsch die 35% zu behalten, weshalb die Investorengruppe laut Index-Partner Mike Volpi auch kein Vorkaufsrecht auf diesen Restanteil habe. „Für uns Investoren ist das eine gute Sache“, so Volpi. „Es wäre schließlich ein schlechtes Zeichen für uns gewesen, wenn eBay den ganzen Laden hätte verkaufen wollen. Denn eBay weiß ja mehr über den Geschäftsverlauf von Skype als alle anderen.“ Die Inhaber erklärten, dass es prioritär sei, nichts kaputt zu machen, was schon vollbracht wurde. Ausgebaut werden soll das Kerngeschäft mit Internet-Telefonaten zwischen Computern. Volpi: „Außerdem wollen wir Skype auf Handys und den Einsatz in Unternehmen ausbauen.“

Quelle: FTD

Bookmark: bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark

Post a Comment