Ericsson setzt sich gegen Nokia Siemens durch
19. Juli 2009 – 17:18 UhrFür das Herausblicken der Rosinen der insolventen Nortel Networks dürfte der Weg für Ericsson frei sein. Kanadische und amerikanische Gerichte müssen das Übernahmeangebot allerdings noch absegnen. Dies gilt aber als sehr wahrscheinlich. Der weltweit größte Netzausrüster möchte für 1,13 Milliarden $ den Großteil des Mobilfunkgeschäfts des maroden kanadischen Konzerns erwerben. Nortel-Patente für den neuen Standard LTE und die in Nordamerika verwendete CDMA-Mobilfunktechnologie gehören dazu.
Gegen den Investor Matlin Patterson und gegen Nokia Siemens Networks (NSN) hatte sich Ericsson in New York bei einer fast fünfstündigen Auktion durchgesetzt. Noch steht aber die Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und der Gerichte aus.
Ein erheblicher Rückschlag ist der Erfolg des Marktführers für Nokia Siemens Networks. Durch den Kauf wollte das deutsch-finnische Jointventure sein bisher schwaches Nordamerika-Geschäft ankurbeln. Zudem wollte man einem erwarteten Rückgang des globalen Marktanteils entgegensteuern.
Deutlich weitet Ericsson mit dieser Akquise seine Aktivitäten in Nordamerika aus. Im Hinblick auf das Geschäft mit dem Mobilfunkstandard CDMA feiert Ericsson zudem ein Comeback. Denn aus diesem Segment hatte sich das schwedische Unternehmen vor vier Jahren verabschiedet. Mit dieser Übernahme festigt Ericsson seine Position als führender globaler Telekom-Ausrüster.
Ericsson Chef Carl-Henric Svanberg erklärte: „Seit dem Geschäft mit Sprint wurde unser Interesse deutlich nach oben geschraubt.“ Der US-Telekom-Konzern Sprint Nextel hatte vor rund 14 Tagen Ericsson damit beauftragt, für die kommenden sieben Jahre das Management der Sprint-Handynetze zu übernehmen. Einen Gesamtwert zwischen 4,5 und 5 Milliarden $ besitzt der Vertrag nach Konzernangaben. Die Übernahme durch Ericsson ist für Nortel gleichbedeutend mit der Zerschlagung des Unternehmens.
Quelle: The Financial Times, FTD















