Facebook, öffne dich! - Facebook Connect ab Herbst 2008 frei zugänglich
11. August 2008 – 23:39 UhrNachdem der Konkurrent MySpace bereits im Juni angekündigt hatte, unter dem Projektnamen “DataAvailability” Entwicklern externer Websites über eine API den Zugriff auf die MySpace Benutzer-Daten zu ermöglichen, zieht nun, einen knappen Monat später, auch Facebook nach.
Unter dem Namen “Facebook Connect” soll der neue Service ähnliches bieten wie das schon bekannte MySpace Data Availability Projekt: Entwickler externer Internetseiten sollen über eine standardisierte Schnittstelle auf die Benutzerdaten des Netzwerks zugreifen können, um so die bestehenden Social Networking Funktionen ohne großen Mehraufwand in ihre Portale einbinden zu können.
Beiden Diensten ist gemeinsam, dass die Daten dabei auf den Servern der Betreiber der großen Social-Networtking-Plattformen verbleiben und der Zugriff strikt reguliert ist. So werden zum Beispiel nicht pauschal alle Nutzerdaten offengelegt, sondern der Nutzer muss vielmehr die Verknüpfung der externen Seite mit seinen Profildaten bestätigen.
Mit einer solchen Verknüpfung wird ein Zugriff auf die grundlegenden Profildaten möglich, sodass diese beispielsweise übernommen werden können. Dadurch - so die Idee hinter Facbook Connect - werden Internet-Nutzer bald über eine zentrale Online-Identität verfügen können, die sie auf verschiedene Seiten begleitet. Bisher war es üblich, die Daten für jede Plattform einzeln eingeben und pflegen zu müssen.
Neben der eigenen Identität “folgen” dem Benutzer jedoch auch weitere Kernfunktionen der sozialen Plattform, wie z.B. seine Freundesliste.
Im Detail wird sich die Funktionalität von Facebook Connect in vier Bereiche gliedern:
Mit Trusted Authantication will man sicherstellen, dass dem Benutzer zu jedem Zeitpunkt, an dem der Entwickler eine Einbindung der sozialen Dienste vorgesehen hat, eine Möglichkeit zur sicheren und einfachen Authentifizierung bereitgestellt wird. Dabei soll er die volle Kontrolle über den Umfang der zugänglich gemachten Daten haben, und so kontrollieren können, welche Informationen an welcher Stelle zugänglich gemacht werden. Dazu setzt Facebook auf ein eigens für Connect entwickeltes Protokoll. Dieses soll unter anderem den Vorteil haben, dass ein Benutzer zur Abwicklung der Authentifizierung nicht auf die Seiten von Facebook.com umgeleitet werden muss.
Darüber hinaus verspricht Real Identity, dass Benutzer mit einem Facebook-Konto ihre Daten quasi in die verknüpfte Plattform “mitbringen” können, ohne sie erneut mühselig einpflegen zu müssen. Die Daten, die direkt von Facebook abgerufen werden können, umfassen dabei im Wesentlichen die öffentlichen Profilangaben, das Benutzerbild, den vollen Namen, die Freundes-Liste, Foto-Sammlungen, Events und Gruppen.
Mit Friends Access soll erreicht werden, dass die Freunde nicht nur einfach als Auflistung weitergereicht werden. Facebook will es Drittentwicklern so einfach wie möglich machen, Benutzer mit zahlreichen Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten auszustatten. So soll beispielsweise angezeigt werden können, welche der bei Facebook verzeichneten Freunde bereits die Plattform des externen Anbieters nutzen.
Schlussendlich soll Dynamic Privacy dafür Sorge tragen, dass der Benutzer an verschiedenen Stellen im Web verschiedene Einstellungen zur Privatsphäre treffen kann. So soll sich also für jede angebundene Lösung eines Drittanbieters genau bestimmen lassen, welche Daten für diese Verknüpfung zugänglich sein sollen, und welche nicht.
Mit Facebook Connect bekommen externe Entwickler, die sich nicht darauf beschränken wollen, Anwendungen für die Facebook Plattform zu entwickeln, also nahezu den gleichen Zugriff auf Daten und Funktionalität wie Facebooks eigene Applikationen. Damit steht die Tür für völlig neue Entwicklungen ebenso weit offen wie für die einfache und schnelle Integration sozialer Dienste in eine bestehende Plattform.
Zur Zeit befindet sich Facebook Connect noch in einer geschlossenen Testphase, die Partner wie Digg und Six Apart mit einschließt. Ab dem Herbst 2008 jedoch soll sich die Plattform vollends öffnen und in den Produktivbetrieb übergehen.
Wenn Sie bereits über ein Facebook-Profil verfügen, können Sie schon jetzt unter developer.facebook.com erste Informationen erhalten.
















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