Freenet wartet auf Angebote für Strato
9. Juli 2009 – 11:48 UhrNach dem Verkauf seiner DSL-Sparte möchte das Telekommunikationsunternehmen Freenet nun auch seine Webhostingtochter Strato abstoßen. Ein Freenet-Sprecher erklärte: „Dass Angebote von potentiellen Interessenten eingeholt werden, hat der Vorstand beschlossen.“ Aus Unternehmenskreisen waren die Verkaufspläne bereits vor einem Monat an die Öffentlichkeit geraten.
Nur noch auf den Mobilfunk konzentrieren will sich Freenet in Zukunft. Nicht mehr zum Kerngeschäft gehört dann Strato, das mit 1,35 Millionen Kunden zu den europaweit größten Anbietern von Internetspeicherplatz zählt. Als ambitioniert werden jedoch die Preisvorstellungen eingeschätzt. Einen Erlös zwischen 300 und 400 Millionen € strebt Freenet laut Informationen aus dem Aufsichtsrat an. „Wir sind nicht gezwungen Strato zu verkaufen und wollen das Angebotsinteresse ausloten“, so der Firmensprecher.
United Internet gilt unter anderem als Kaufinteressent. Das DSL-Geschäft von Freenet hatte dieses Unternehmen (das auch Freenet-Aktionär ist) erst Ende Mai übernommen. Auf 123 Millionen € belief sich der damalige Kaufpreis. Bei Freenet ist Strato eine Ertragsperle. Strato beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und sitzt in Berlin. Im Jahr 2004 wurde Strato von Freenet für 132 Millionen € erworben. Zwar steuerte die Webhostingsparte im ersten Quartal 2009 mit 23 Millionen € lediglich 2,5% zum Konzernumsatz Freenets bei, allerdings betrug der Rohertrag 18,6 Millionen €.
Den angepeilten Verkaufserlös kann Freenet-Chef Christoph Vilanek gut gebrauchen. Denn seit der Übernahme des Mobilfunk-Providers Debitel drücken rund 2,3 Milliarden € Schulden das Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Hamburg und Büdelsdorf. Zinszahlungen in Höhe von rund 96 Millionen € fielen allein im Jahr 2008 an.
Quelle: Reuters, FTD















