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Gears ist erst der Anfang: Google arbeitet an eigenem Browser

23. Juli 2008 – 10:02 Uhr

Kaum ein Gerücht hielt sich so hartnäckig, wie das von einem Google eigenen Browser, der sich angeblich in der Entwicklung befinden soll. Nun wurde es bestätigt.

Allem Anschein nach wird der neue Browser nicht auf der Gecko Engine, die ihre Arbeit unter anderem im Firefox Browser von Google-Partner Mozilla verrichtet, basieren, sondern vielmehr auf WebKit. Diese, ebenfalls frei verfügbare, Engine basiert auf den Quellen der KHTML-Engine, auf deren Grundlage der Computerhersteller Apple das WebKit als Basis des Safari-Browsers schuf. Angeblich hält Google es für zu risikoreich, ausschließlich auf Firefox/Gecko zu setzen, und so womöglich eine neuerliche Monokultur auf dem Browsermarkt zu erzeugen. Das stattdessen eingesetzte WebKit ist im Hause Google kein ganz unbekanntes Stück Software, stellt es doch bereits das Herzstück für den in Googles Handy Plattform integrierten Browser dar.

Mehr aber noch als WebKit wird wohl Gears im Vordergrund stehen: Die ursprünglich von Google ins Leben gerufene, und nun als Open Source Projekt fortgesetzte, Browser-Erweiterung implementiert unter anderem einige Standards, die erst für die kommende HTML Spezifikation geplant sind, welche auf die Versionsnummer 5 hören wird.

Damit löst Gears bereits eines der Probleme, das Google als einen der dringendsten Gründe für die Entwicklung eines neuen Browsers anführte: Es vergeht laut Google zu viel Zeit, bis neue Standards einen Großteil der Nutzer erreichen, weil die Entwicklungsprozesse bei den großen Browser-Entwicklern zu langwierig und träge sind.

Neben zahlreichen für HTML 5 angekündigten Neuerungen bietet Gears bereits jetzt schon eine Handvoll APIs, die Web-Entwicklern das Leben leichter machen sollen:

  • Die LocalServer API dient als Zwischenspeicher für Inhalte, die nicht bei jedem Aufruf vom Server geladen werden müssen.
  • Die Database API stellt einen lokalen Speicher für SQLite Datenbanken zur Verfügung
  • Die WorkerPool API kann JavaScript Dateien zwischenspeichern und im Hintergrund ausführen
  • Die Desktop API Erleichtert das Starten von Web-Andwendungen aus dem Desktop heraus, indem sie eine Verknüpfung bzw einen Eintrag im Startmenü anlegt.

Zusätzlich wurde noch eine API zum Anzeigen von Erinnerungen - z.B. an Termine im Google Calendar - auf dem Desktop angekündigt, die in zukünftigen Versionen von Gears ihren Dienst verrichten soll. Ebenfalls für noch kommende Versionen angekündigt wurde eine Erweiterung, die den Umgang mit Binärobjekten in JavaScript Dateien erlauben soll.

Wie genau Googles zukünftiger Browser aussehen soll, wie viel Gears in ihm stecken wird und ob er bestehende Standards einhalten, erweitern oder brechen wird und welchen Einfluss das auf die Gemeinde der Webentwickler haben wird, ist noch nicht mit Sicherheit abzusehen. Wer sich für die Zukunft absichern will, wirft wohl besser einen Blick auf das frei verfügbare Gears, das bereits jetzt die Entwicklung komplexer, Desktop-ähnlicher Web-Anwendungen erlaubt.

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