Facebook und StudiVZ streiten vor Gericht
15. Juni 2009 – 15:55 UhrNachdem die Online-Netzwerker Facebook und StudiVZ früher noch einvernehmlich an ihrem Aufstieg gebastelt haben, kommunizieren jetzt nur noch die Anwälte der beiden konkurrierenden Web-Startups miteinander. In Deutschland sowie in den USA laufen insgesamt drei Klagen. Dass man einige Funktionen und Aussehen des global tätigen US-Unternehmens kopiert habe, wirft Facebook StudiVZ vor. Das deutsche Internet-Portal hat hingegen eine Feststellungsklage eingereicht, da es diese Vorwürfe bestreitet. Eine erste wichtige Entscheidung im Streit der beiden Online-Netzwerke könnte bereits morgen ein Richter am Landgericht Köln treffen.
Überworfen haben sich zudem Ehssann Dariani, Ex-Chef und Mitgründer von StudiVZ und Dario Suter, einer der ersten StudiVZ-Mitarbeiter, mit dem Holtzbrinck-Verlag als StudiVZ-Eigner. Gegen den Verlags-Konzern („Die Zeit“, „Tagesspiegel“) gehen beide mittlerweile juristisch vor. Ausstehende Zahlungen in Millionenhöhe sollen dabei eingeklagt werden.
StudiVZ-Mitarbeiter werden nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ seit Wochen von Facebook-Anwälten in Deutschland sowie von einem US-Justiziar des Unternehmens kontaktiert. Angesprochen wurde sogar das Webunternehmen Spreadshirt. Entwickelt hatte Dariani während eines Praktikums dort die Idee für eine deutsche Facebook-Version. Für ihre Klage sucht Facebook mit Hochdruck nach verwertbaren Anhaltspunkten.
Da vor einem Jahr die Amerikaner sogar bereit waren, StudiVZ zu kaufen, hatte es lange Zeit nicht nach einer so hartnäckigen Feindschaft ausgesehen. Facebook wollte allerdings mit eigenen Anteilen zahlen, wobei der Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag etwas mehr als 4% des US-Unternehmens erhalten hätte. Bei 15 Milliarden € lag damals dessen Bewertung. Der Deal platzte, da dem Verleger Stefan von Holtzbrinck die Wette auf eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft von Facebook wohl zu heikel war.
Dass die Klagen von Facebook ein Mittel sind, um den Konkurrenten StudiVZ zu schädigen oder ganz zu vernichten, vermuten Insider. Schließlich ist StudieVZ mit rund 5,5 Millionen Nutzern in Deutschland eine Macht. Facebook hat hingegen lediglich 2 Millionen deutsche Kunden.
Quelle: FTD















