Google Gears 0.4: Geolocation und Blob
11. September 2008 – 23:02 UhrSchon mit den ersten Versionen der Browser-Erweiterung “Gears” hat Google einige Funktionen eingeführt, die eigentlich erst für den kommenden HTML Standard 5 angedacht sind. So lassen sich zum Beispiel verschiedene Ressourcen wie CSS und JavaScript Dateien lokal auf dem Rechner eines Besuchers ablegen, sodass diese deutlich schneller geladen werden können, was die Reaktionsgeschwindigkeit einer Seite deutlich erhöhen kann. Zudem lassen sich Datenstrukturen, die in bisher üblichen Cookies nur schwer zu organisieren sind, in einer lokalen Datenbank direkt auf dem Besucher-Rechner speichern. Gespeicherte Daten und Dateien können, wenn eine Verbindung zum Internet besteht, im Hintergrund aktualisiert werden. So lassen sich ganze, auf HTML, CSS und JavaScript basierende, Web-Anwendungen samt Datenbank auf dem Benutzerrechner zwischenspeichern. Eine so abgelegte Web-Anwendung kann dann auch benutzt werden, ohne dass eine Verbindung zum Internet zwingend notwendig ist. Dabei werden die Daten einfach lokal gespeichert und bei nächster Gelegenheit werden die Änderungen an die Online-Variante übertragen. Dieses Verfahren lässt sich aktuell zum Beispiel mit der englischen Variante von Googles RSS-Reader “Google Reader” testen: Bei aktivierter Gears-Unterstützung werden allen abonnierten Nachrichten lokal gespeichert und können dann auch im Offline-Modus gelesen werden. Sobald wieder eine Verbindung zum Internet besteht können neue Nachrichten nachgeladen werden.
In der neuen Version 0.4 erweitert Google den Funktionsumfang von Gears um zwei neue APIs (Application Programming Interface):
Die Geolocation API soll es Entwicklern einer Webseite ermöglichen, die Position eines Besuchers genauer zu bestimmen, als es mit bisherigen Lösungen möglich ist. Diese setzen meist ausschließlich auf die IP Adresse des Besuchers, die jedoch bestenfalls eine grobe Schätzung erlaubt. Die Geolocation API hingegen soll, je nachdem, auf welchem Gerät und in welcher Umgebung der Service genutzt wird, auf verschiedene Ressourcen zurückgreifen können, um die Position deutlich genauer zu bestimmen. Da eine genaue Bestimmung des Standortes besonders bei mobilen Anwendungen interessant ist, werden auch in erster Linie Geräte unterstütz, die solche Anwendungen ausführen. In der Regel sind das neuartige PDAs und Mobiltelefone. Daher kann die Geolocation API zum Beispiel auf integrierte GPS-Module zugreifen, wie sie in vielen mobilen Endgeräten verbaut sind. Zusätzlich kann anhand der aktuell erreichbaren WLAN-Hotspots eine Einschätzung vorgenommen werden. Auf Mobiltelefonen kann auch die aktuelle Mobilfunk-Basisstation verraten, wo sich das Gerät befindet.
Ebenfalls hinzugekommen ist die so genannte Blob-API: Sie ermöglicht der Skriptsprache JavaScript den Umgang mit binären Objekten. Ein Blob kann dabei nahezu beliebige Binärdaten, wie z.B. Ton-, Bild-, oder Videodaten, beinhalten. Die Binärobjekte werden von verschiedenen Gears APIs unterstütz und können von ihnen verarbeitet und weitergegeben werden. So erlaubt die Canvas API beispielsweise die Manipulation von Bilddaten, die intern durch ein Blob repräsentiert werden. Weiterhin lassen sich mehrere Objekte parallel an einen Server übertragen, wobei auch der Status des Upload-Vorgangs deutlich einfacher zu überprüfen ist als bei einer klassischen Anwendung, die die Daten über ein Formular entgegennimmt.
Verfügbar ist die neue Version (0.4) von Gears, die Web-Entwicklern eine Vielzahl bisher ungeahnter Möglichkeiten eröffnet, für die Betriebssysteme Windows, Linux, MacOS X und Windows Mobile. Für die Browser Internet Explorer (Windows, Windows Mobile), Mozilla Firefox (Windows, Linux, Mac) und neuerdings auch Safari (Mac) steht Gears als Plug-In zum kostenlosen Download unter gears.google.com zum Download bereit. Der norwegische Browser-Hersteller Opera arbeitet nach eigenen Angaben derzeit zusammen mit Google an einer Gears-Version für den eigenen Browser. Dieser ist auf Linux, Windows und Macintosh Systemen lauffähig.
















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