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Größte Frequenzfreigabe aller Zeiten steht bevor

26. Juli 2009 – 16:06 Uhr

Vor einer Neuordnung steht in den kommenden Monaten die Mobilfunkindustrie. Neue Mobilfunkfrequenzen kommen in über 20 Ländern Europas von Großbritannien über Deutschland und Kroatien bis nach Malta auf den Markt. Matthew Howett, Analyst beim Marktforscher Ovum, erklärt: „Damit haben wir es mit der größten Frequenzfreigabe aller Zeiten zu tun.“ In den kommenden drei Jahren werden Telekom-Konzerne wie die Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica laut Angaben von Experten der Bank Sal. Oppenheim 16 Milliarden € in Frequenzen investieren.

Dass TV-Signale heute digital gesendet werden, ist der Grund für das große Angebot in Europa. Damit sind Frequenzen für die herkömmliche Fernsehübertragung frei. Hier wird von einer sogenannten digitalen Dividende gesprochen. Dem Mobilfunk wird ein Großteil davon zugeschlagen.

Von enormer Wichtigkeit sind für die Mobilfunkunternehmen zusätzliche Kapazitäten. Denn nur durch erheblichen finanziellen und technischen Aufwand können die Konzerne in Zukunft den rasant wachsenden Datenverkehr in die bestehenden Netze quetschen. In einer aktuellen Analyse von Sal. Oppenheim heißt es, dass Mobilfunk-Betreiber, die Kunden mit mobilen Breitband-Internetanschlüssen versorgen, in den kommenden zwei bis drei Jahren Kapazitätsprobleme bekämen. „Im Vergleich zu heute wird sich bis 2015 die Datennutzung verzehnfachen.“

Chancen für Konkurrenten bieten die Versteigerungen der Telekom-Konzerne zudem. Beispielsweise könnten Kabel-Netzbetreiber versuchen in einige Märkten einzusteigen. Mobilfunkverträge vermarkten bereits der Internetanbieter Hansenet oder Kabel Deutschland. Da sie keine eigenen Mobilfunknetze besitzen, sind sie bislang aber auf die Zusammenarbeit mit Telekom-Unternehmen angewiesen. Weitere Pakete, die bislang nicht genutzt wurden, kommen in Deutschland zu den freiwerdenden TV-Frequenzen hinzu. Insgesamt rund 5 Milliarden € könnten laut Sal. Oppenheim bei der im Frühjahr 2010 startenden Auktion für den Staatshaushalt zusammenkommen.

Quelle: FTD

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