Handys immer attraktiver für Online-Werbung
22. September 2009 – 15:25 UhrWerbung über Handys wird immer attraktiver, auch wenn diese Thematik noch in den Kinderschuhen steckt. Ganz obenauf der Trendliste der Vermarkter steht Werbung über Mobiltelefone auf der in dieser Woche startenden Online-Marketingmesse Dmexco in Köln. Im neuesten Mobilen Kompass des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) heißt es, dass das so genannte Mobile Marketing in jeder Media-Mixplanung einen zunehmend festen Platz einnehme. Der Mobile Kompass wird auf der Messe präsentiert.
Dabei stellt die Dmexco die Leitmesse der digitalen Werbewirtschaft in Europa dar. Über neueste Strategien und digitale Werbeformate tauschen sich hier ca. 290 Messe-Teilnehmer aus. Unter anderem kommen der Chef der Publicis Group Maurice Lévy und auch AOL-Boss Tim Armstrong aus den Vorstandsetagen der Werbevermarkter nach Köln.
Nach Angaben der Berater von PricewaterhouseCoopers (PwC) lag der weltweite Umsatz mit mobiler Werbung im Jahr 2008 noch bei 3,8 Milliarden $. Nur 6,3% des weltweiten Umsatzes von Mobil- und Online-Werbung macht dies aus. Wachsen soll der weltweite Umsatz bis 2013 allerdings auf 9,2 Milliarden $. Das Marktvolumen steigt vor allem durch die technische Entwicklung der Handys. Arno Wilfert, Telekommunikationsexperte bei PwC, erklärt: „Mobile Advertising bekommt durch die Smartphone-Welle einen enormen Auftrieb. Die rapide sinkenden Tarife für mobilen Online-Zugang, womit immer mehr Menschen via Mobiltelefon ins Internet gehen können, sind ein weiterer Faktor.“
Vor allem besitzt die mobile Werbung gegenüber dem klassischen Online-Advertising zwei entscheidende Vorteile: Schließlich ist gezielte Werbung durch GPS und die Lokalisierung von W-Lan-Netzen viel einfacher in die Tat umzusetzen, außerdem sind Besitzer Internet fähiger Mobiltelefone jederzeit erreichbar. Handys geben nämlich Informationen über den Aufenthaltsort der Nutzer weiter. Bewerben lässt sich so zum Beispiel der nächstgelegene Baumarkt oder die Fastfood-Kette nebenan. Dabei gerät die klassische Werbung über SMS in den Hintergrund. Wilfert ist der Meinung, dass mobile Werbung mehr mit so genannten Bindungsprogrammen verknüpft werden solle.
Wilfert: „Für Unternehmen könnte es zum Beispiel lohnenswert sein, über Gutscheine den Handybesitzer in das Geschäft zu locken.“ Die Modekette Castro hat solch eine Aktion bereits ins Leben gerufen und 10-€-Coupons auf Handys verschickt. Immerhin lösten 12,4% der Empfänger der Werbebotschaft nach Angaben des Werbevermarkters Seven Principles den Bon ein.
Über sogenannte Apps (kleine Softwareprogramme für Smartphones) werben andere Unternehmen. Für sich erkannt haben vor allem Autohersteller dieses Marketinginstrument. Über Car-Race-Games bewirbt VW beispielsweise seine neuesten Modelle. Über ein Mercedes-Benz-Quartett, das 64 Fahrzeuge aus dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart zeigt, poliert wiederum Daimler sein Image auf. Zu den meistgeladenen Spielen gehören diese kostenfreien Programme in Apples Appstore.
Doch unter tausenden von kleinen Anwendungen ist nicht jede Applikation auffindbar. Dass Internet-Benutzer – ob mobil von unterwegs oder am PC sitzend – zusätzlich über Bannerwerbung akquiriert werden sollten, empfiehlt die Yok AG, ein Werbevermarkter für mobiles Marketing, seinen Kunden.
Dass Nutzer von Smartphones nur etwa halb so häufig auf Online-Werbung anspringen wie Internetuser an einem PC, zeigt allerdings eine Studie des amerikanischen Online-Werbe-Netzwerks Chitika. Erklärt wird das Ergebnis damit, dass Mobilfunk-Nutzer dazu tendieren, möglichst in kurzer Zeit an Informationen zu gelangen und sich daher nicht durch Werbung aufhalten lassen.
Quelle: FTD















