Indischer IT-Dienstleister versinkt im Chaos
30. Dezember 2008 – 16:29 UhrDas Chaos beim viertgrößten indischen IT-Dienstleister „Satyam Computer Service“ nimmt kein Ende. Jetzt sind auch noch drei Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Durch eine geplatzte Übernahme wurde der Wirrwarr ausgelöst. Die Übernahme hätte eine Größe von 1,6 Milliarden $ gehabt. Sie sollte Firmen gelten, die unter der Kontrolle des Satyam-Chairman stehen. Dadurch, dass das Geschäft nicht zu Stande kam, ging der Aktienkurs von Satyam in den Keller.
Daraus resultierte eine harsche Kritik des größten externen Aktionärs. In Indien gilt die IT-Branche als größter Wachstumsmarkt. Satyam beispielsweise beschäftigt 30.000 Mitarbeiter. Auch deutsche Unternehmen zählen seit Jahren zu den Satyam-Kunden. Dazu gehört beispielsweise Airbus. Eine Kooperation gibt es mit der Bertelsmann-Tochter „Arvato“. Durch diese Allianz möchte Satyam Kunden des deutschen Mittelstandes an sich binden. Am 16. Dezember nahm das Durcheinander seinen Lauf. An diesem Tag hatte Satyam die Nachricht im Umlauf gebracht, zwei Firmen kaufen zu wollen. Diese beiden Unternehmen gehören der Familie des Satyam-Chairman Ramalinga Raju. Daraufhin gab es massive Proteste von Anlegern. Diese ließen Satyam wissen, dass es ihrerseits eine Blockade gegen die Übernahme geben werde. Somit sah sich Satyam gezwungen, das Geschäft nicht in die Tat umzusetzen.
Konsequenz war ein Einbruch der Satyam-Aktie um satte 40%. Das Chaos wurde komplett, da das indische Unternehmen acht Jahre lang keine Aufträge mehr von der Weltbank bekommt, die einen Tag vor Heiligabend eine Auftrags-Sperre gegen Satyam ins Leben rief. Die Weltbank reagiert dabei auf unangemessene Leistungen, die Satyam seit Jahren Mitarbeiter der Weltbank habe zukommen lassen, erklärte die Finanz-Institution.
Quelle: Financial Times Deutschland (Online-Ausgabe)















