Infineon braucht frisches Kapital
28. Juni 2009 – 14:25 UhrAllmählich scheint der Halbleiterhersteller Infineon, der bis vor kurzem noch schwer angeschlagen war (auch aufgrund des Desasters um seine Speicherchiptochter Qimonda), wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Zumindest erwecken immer neue Kaufempfehlungen für die Aktie diesen Eindruck. Zuletzt veröffentlichte die Investmentbank Credit Suisse eine Studie, in der das Kursziel für die Infineon-Aktien von 1,70 auf 2,70 € hochgesetzt wurde. Da die Credit Suisse zu den wichtigsten Bankpartnern des Chipherstellers gehört, gab es von ihr im Mai eine Wandelanleihe von über 180 Millionen €.
Optimistische Analysen präsentierten in den vergangenen zwei Wochen auch schon J.P. Morgan und Barclays Capital. J.P. Morgan schrieb über „10 Gründe, Infineon-Aktien zu besitzen“. Damit wurden Kaufstudien, die das US-Institut bereits vor Wochen veröffentlicht hatte, untermauert. Mit einem Kursziel von 3 € stufte das Research von Barclays die Aktie auf „Kaufen“.
Dass Infineon den Aktienmarkt gerne mit einer Kapitalerhöhung anzapfen würde, vermuten Brancheninsider. Schließlich benötigt der Konzern frisches Kapital. Zuletzt war der Kurs allerdings wieder so tief gefallen, dass er zu niedrig war, um eine Bezugsrechtsemission platzieren zu können. Den Anlegern müssen dafür Kursabschläge in Höhe von etwa 20 bis 40% offeriert werden.
Infineon benötigt für eine Kapitalerhöhung einen Kurs von mindestens 2,50 €, weil der Bezugspreis für die jungen Papiere den Aktiennennwert von 2 € nicht unterschreiten darf. Experten zufolge wäre eine Platzierung bei 3 € aber die sicherere Variante.
In den vergangenen Monaten haben sowohl J.P. Morgan und Barclays als auch Credit Suisse Gebühren für Investmentbanking-Leistungen von Infineon erhalten. Im Kleingedruckten zu den Infineon-Studien der drei Bankhäuser steht, dass dies in den nächsten 12 Wochen auch so beibehalten werden soll.
Quelle: FTD















