Internet stürzt Zeitungen weiter in die Krise
28. März 2009 – 11:25 UhrVon der britischen Print-Krise am härtesten betroffen sind die Regionalzeitungen. Mit drastischen Gegenmaßnahmen auf rapide fallende Anzeigenerlöse reagierte im Laufe der Woche erneut ein großer Verlag. Rund 1.000 Stellen im Regionalzeitungsgeschäft möchte der Pressekonzern Daily Mail & General Trust (DMGT) streichen. Um knapp 40% gefallen sind seit Januar die Einnahmen durch den Verkauf von Anzeigen bei regionalen Gazetten wie „Leicester Mercury“, „Derby Evening Telegraph“ oder „Essex Chronicle“. Auch in der Entwicklung der anderen großen Zeitungshäuser Großbritanniens spiegelt sich die Misere der britischen Regionaltitel wider. Im Februar hatte die Trinity-Mirror-Gruppe (Rivale DMGTs) bekannt gegeben, dass in nur zwei Monaten ihre Anzeigeneinnahmen um 30% in den Keller gegangen seien.
Mit Anzeigeschwund haben Zeitungsverlage weltweit zu kämpfen. Im Monatsrhythmus schließen derzeit in den USA Regionalzeitungen. Auf diese Entwicklung reagieren auch deutsche Verleger mit harten Einschnitten. Für 152 Millionen $ übernahm beispielsweise der Kölner Verlag Dumont Schauberg („Express“, „Frankfurter Rundschau“) die deutschen Aktivitäten der schwer ins Schleudern gekommenen britischen Medien-Holding Mecom („Berliner Zeitung“). Der Hannoveraner Verlag Madsack („Hannoversche Allgemeine“) erwarb wenige Wochen später für mehr als 300 Millionen € mehrere Regionalzeitungen der Axel Springer AG.
Besonders auf Kleinanzeigen stützen sich britische Regionalzeitungen im Unterschied zu national erscheinenden Blättern. Im Vergleich dazu ist der Erlös aus dem Kiosk-Verkauf und Abonnements eher gering. Die Rating-Agentur Fitch meldet in einer Analyse über den britischen Zeitungsmarkt, dass ein Teil der schwachen Erlösentwicklung der momentanen Wirtschaftsentwicklung geschuldet sei. „Es werden weniger Häuser verkauft und es gibt weniger Stellen zu besetzen. Außerdem tut die wachsende Konkurrenz durch das Web im Hinblick auf die lukrativsten Segmente des Kleinanzeigengeschäfts ihr übriges. Somit stürzt das Internet die Zeitungen weiter in die Krise.“
Quelle: FTD















