Investcorp sucht Übernahmekandidat für Moneybookers
22. März 2009 – 22:51 UhrDen Ausstieg aus dem Online-Bezahldienst Moneybookers bereitet die Beteiligungsgesellschaft Investcorp vor. Die Vize-Chefs von Moneybookers Martin Ott und Nikolai Riesenkampff bestätigten, dass die Investmentbank J.P. Morgan das Mandat habe, strategische Optionen zu prüfen.
„Um einen neuen Investor zu finden, der die nächste Wachstumsphase begleitet und die Marktkonsolidierung mit vorantreibt, werden alle Möglichkeiten geprüft“, so Ott und Riesenkampff unisono. Der 51%-Anteil von Investcorp steht ebenso zum Verkauf wie das gesamte Unternehmen. In diesen Tagen werden die Informationsmemoranden verschickt.
Bei Online-Geschäften sind Internet-Bezahldienste zwischen Verkäufer und Käufer geschaltet. Mit seinen Konto-Daten ist der Käufer bei den Diensten registriert und muss für einzelne Geschäfte sich lediglich mit Benutzernamen und Passwort legitimieren.
Sehr umkämpft ist der Markt seit vielen Jahren angesichts des starken Wachstums des Web-Handels. Anbieter buhlen en masse bei Online-Händlern, um als ein Zahlungsmedium aufgenommen zu werden. Der neue Chef des Moneybookers-Konkurrenten ClickandBuy Charles Fränkl sagte, dass es 20 bis 30 Web-Plattformen gebe, die einen Großteil des Online-Geschäfts in Deutschland ausmachten.
Aber die Hürden für das Entree in den Online-Bezahlmarkt sind hoch. Denn von Land zu Land unterschiedlich sind die technischen und rechtlichen Standards für Abrechnungsmodalitäten wie Lastschriftverfahren oder Banküberweisung. Nach eigenen Angaben hat ClickandBuy dahingehend 46 Bezahlsysteme integriert.
Dass sich amerikanische Konkurrenten schwer tun in Europa erfolgreich zu sein, ist den unterschiedlichen Märkten innerhalb Europas geschuldet. Denn die Zahlung mit Kreditkarte ist in den USA nahezu gang und gäbe, während hingegen in Deutschland die Kreditkarte deutlich weniger zum Shopping im Internet benutzt wird.
Quelle: FTD















