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Lenovo bereitet neue Übernahmen vor

23. März 2009 – 19:04 Uhr

Um Kapital zur Finanzierung von Übernahmen bemüht sich der chinesische Computerhersteller Lenovo verstärkt. „Um einige unserer Zukunftspläne finanzieren zu können, hoffen wir Kredite zu erhalten“, so der Chairman des PC-Produzenten, Liu Chuanzhi. „Aufgrund der Finanzkrise sind ausländische Banken zwar inzwischen so vorsichtig, dass sie nicht einmal mehr mit chinesischen Firmenkunden sprechen, einige chinesische Kreditinstitute zeigen dennoch sehr viel Eigeninitiative.“

Bislang war von Lenovo immer zu hören, dass man nicht so stark auf der Suche nach Übernahmezielen sei. Dies hat sich jetzt wohl geändert. Denn mit einem schrumpfenden Marktanteil und Verlusten hat das Unternehmen zu kämpfen. Chuanzhi sagte, dass man in jüngster Zeit einige Schwierigkeiten gehabt habe. Lenovo will Marktanteile zurückgewinnen, indem man sich verstärkt auf Schwellenmärkte konzentriert.

„Unser Unternehmen ist an Übernahmen in Schwellenmärkten wie China, Indien und Brasilien interessiert“, so Lenovo-Boss Yang Yuanqing. Bereits seit einigen Monaten verfolgt das Unternehmen diese Strategie. Dass Lenovo derzeit mit keinem bestimmten Unternehmen spreche, hieß es vor drei Wochen noch aus der Firmenzentrale. Dass diese Aussage jedoch so nicht mehr stimmen kann, dahingehend interpretieren Analysten das Bemühen des Konzerns um eine neue Kreditlinie. Charles Guo, Analyst bei J.P. Morgan, sagte, dass es zumindest so klinge, als wenn Lenovo ein bestimmtes Ziel im Auge habe.

Das Übernahmegespräche mit Brasiliens größtem PC-Hersteller Positivo Informática beendet worden seien, hatte Lenovo Ende des Jahres 2008 verlauten lassen. 20% des brasilianischen Computermarktes hält Positivo Informática dem Marktforscher IDC zufolge. Dabei verkauft der Hersteller hauptsächlich Computer an die Regierung sowie an Privatkunden. Die PC-Sparte des japanischen Elektronikkonzerns Fujitsu könnte zudem ein weiteres Übernahmeziel von Lenovo sein.

Quelle: The Financial Times, FTD