Lenovo-Chef tritt in der Krise ab
9. Februar 2009 – 17:01 UhrDer Konzernchef von Lenovo muss seinen Hut nehmen. Dies ist vor allem einem unerwartet hohen Qualitätsverlust geschuldet. So macht William Amelio dem bisherigen Chairman Yang Yuanqing auf dem Chefsessel Platz. Von 2001 bis 2005 stand Yang dem Unternehmen bereits vor. Er war maßgeblich daran mitbeteiligt, dass der chinesische PC-Hersteller zu einem Global Player wurde. Mit einer Schwäche in den wichtigen Märkten und Verlusten von Marktanteilen hat Lenovo zu kämpfen. Besonders abhängig ist das Unternehmen vom China-Geschäft und vom Business mit Unternehmenskunden. Dass trifft auf die Lenovo-Konkurrenz nicht so zu. Als Konsequenz der Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es aber gerade bei den Unternehmenskunden weniger Investitionen im Hinblick auf neue Computer.
Lenovo konnte in Europa und den USA nicht an die Spitze klettern, obwohl es im Jahr 2005 eine erfolgreiche Übernahme des Geschäfts von IBM gegeben hatte. Meike Escherich, Analystin des IT-Beratungsunternehmens Gartner, nennt die Gründe: „Eigentlich sollte Lenovo ja beim Konzert der Großen mitspielen. Doch dies konnte so nicht gewährleistet werden, da dem Unternehmen vor allem in Europa die Marktbedeutung und die Popularität etwa von Hewlett-Packard oder Dell fehlt.“ Durch diesen Umstand werde Lenovo in diesem Jahr schwere Probleme bekommen. Nachdem Lenovo die PC-Sparte von IBM vereinnahmt hatte, trat Amelio an die Spitze des Konzerns. Neuer Chairman wird nun Liu Chuanzhi. Er ist einer der Gründer des Unternehmens, das danach zu Lenovo geworden war. Einen Nettoverlust von 97 Millionen $ musste Lenovo im Dezember 2008 verkraften. Um 5% nach unten geschraubt wurden während dieses Zeitraums die weltweiten PC-Auslieferungen.
Quelle: Financial Times Deutschland















