Kourtis Internet Solutions
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Microsoft kämpft um Anteile im mobilen Internet-Markt

22. August 2009 – 15:11 Uhr

Google-Boss Eric Schmidt orakelt, dass in nicht allzu ferner Zukunft das Internet stärker über Mobilgeräte genutzt werde als mit einem traditionellen Computer. „Die wichtigste aller Technologien sind Mobilegeräte“, unterstreicht Schmidt. Für einen Manager, dessen Kerngeschäft sich rund um das Internet abspielt, sind das schöne Aussichten. Für Rivale Microsoft, dessen Kerngeschäft immer noch einige Distanz zu mobilen Online-Geräten aufweist, verheißt das nichts Gutes, falls Schmidt Recht behalten sollte.

Vor allem bei der Software, aber auch bei der Hardware, erfordert das Internet im Handtaschen-Format ein komplettes Umdenken der Branche. Denn lange Akkulaufzeiten benötigen die kleinen, aber leistungsfähigen Geräte. Zudem müssen sie leicht zu bedienen sein und über wendige Browser verfügen. Außerdem sollen sie tüchtiger als die Smartphones daherkommen und keine geschrumpften Notebooks mit der Komplexität eines PCs darstellen. Nicht speziell ausgelegt ist Microsofts dominierendes Windows für diese neue Gerätegeneration. Ganz im Gegensatz zu den Betriebssystemen der Konkurrenz. Die haben das Stadium der Kinderschuhe bereits verlassen und kommen neben Google auch von Intel oder Apple.

Marktforscher von iSuppli schätzen, dass sich die Zahl mobiler Geräte bis 2012 fasst verzehnfacht. Dass der Absatz von Smartphones jährlich im Schnitt um rund 28% zulegen wird, davon geht das Beratungsunternehmen In-Star aus. Und auf das mobile Internet zugeschnittene Netbooks verzeichnen eine steigende Nachfrage, während der PC-Markt über Verluste zu klagen hat. Auch das Geschäft mit diesen Mini-Notebooks dominiert noch Windows. Doch Analysten wie Philip Solis von ABI Research gehen davon aus, dass die Alternativen bald zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz von Microsoft werden könnten. „Weniger als die Hälfte der Netbooks werden ab 2011 mit Windows laufen“, so Solis.

Mit seinem Betriebssystem (Chrome OS), das sich vor allem zum Surfen eignet, will Google im kommenden Jahr in den Markt einsteigen. Das ebenfalls unter Regie von Google laufende Handy-Betriebssystem Android hat die Einführungshürden bereits übersprungen. Dass er sogar Netbooks plant, die über die Android-Software betrieben werden können, hat jetzt der PC-Hersteller Acer verkündet. Mit Moblin unterstützt Microsofts langwieriger Technologiepartner Intel ebenfalls ein Betriebssystem, das für Webgeräte wie Netbooks ausgelegt ist. Ein Betriebssystem für kleine Tablet-PCs treibt auch Nokia mit dem Open-Source-Projekt Maemo voran.

Da Microsoft rund ¼ des Umsatzes und einen Großteil des Gewinns mit Windows macht, dürfte der IT-Gigant vom Kerngeschäft mit Notebooks und PCs noch eine gewisse Zeit gut leben können. Mehr oder weniger wird dies im Business mit leistungsstarken Notebooks oder Bürorechnern auch so bleiben. Den Anschluss zu verlieren droht Microsoft aber ausgerechnet im Zukunftsgeschäft mit Internet tauglichen, mobilen Kleincomputern.

„Mehr als je zuvor sehen wir Google als Konkurrenten im Desktop-Betriebssystemgeschäft“, räumt Konzernchef Steve Ballmer ein. „Immer mehr verwischen jedoch die Grenzen zwischen PC- und Handy-Betriebssystem. Deshalb werden wir dort verstärkt investieren.“ Dass Microsoft eine aufgeblähte Version seines bislang nur wenig erfolgreichen Handy-Betriebssystems Windows Mobile entwickelt, die auf Netbooks läuft und deren größeren Tastaturen und Bildschirme besser nutzt, vermuten Analysten.

Den Weg in die Zukunft vorgegeben hat vor allem der Computerhersteller und iPhone-Erfinder Apple. Auch weil ihr Betriebssystem iPhone OS speziell für das mobile Internet konzipiert wurde, sind iPod und iPhone so erfolgreich.

Quelle: FTD

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