Microsoft lässt über Gehälter abstimmen, Ärger bei Skype-Deal
29. September 2009 – 20:48 UhrAbstimmen können Microsoft-Aktionäre in Zukunft über Boni und Gehälter für Führungskräfte. Bei einem deutlichen Anteil von Nein-Stimmen will die Führung des weltgrößten Softwarekonzerns den Argumenten der Aktionäre trotzdem folgen, auch wenn das Votum unverbindlich sein soll. Microsofts Chefjustitiar Brad Smith sagte, dass man angesichts des hohen Interesses denke, dass es sinnvoll sei, in einen stärkeren Dialog über den Ansatz zur Vergütung zu treten, was die Gehälter von Managern betreffe.
Über Vorschriften zur Beteiligung von Aktionären an den Entscheidungen denkt derzeit der US-Kongress nach, was der scharfen öffentlichen Kritik an hohen Managergehältern geschuldet ist. Gehälter und Boni für Bankmanager, die für den Ausbruch der Finanzkrise mitverantwortlich gemacht werden, stehen allerdings im Fokus des Konflikts. Dass Manager-Boni international stärker mit dem langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu verknüpfen sind, darauf hat die Europäische Union beim letzten G20-Gipfel vergangene Woche gedrängt.
Der Börsenaufsicht SEC teilte Microsoft mit, dass man erstmals während der Hauptversammlung am 19. November die Gehälter vorlegen werde. „Die Aktionäre werden danach in einem dreijährigen Rhythmus befragt, damit wieder das Vertrauen der Anleger in den Konzern gestärkt wird“, so ein Microsoft-Sprecher.
Im Geschäftsjahr 2009 hat Konzernchef Steven Ballmer bis Ende Juni laut Unternehmensangaben rund 665.000 $ kassiert, dies waren 25.000 $ mehr als im Jahr 2008. Seine Sonderzahlung, die sich im vergangenen Jahr auf 700.000 $ belief, wurde bislang noch nicht bekannt.
Ähnliche Regeln für die Abstimmung zu Gehältern haben in den USA etwa ein Dutzend Konzerne ins Leben gerufen. Charles Elson, Corporate-Governance-Experte der University of Delaware, erklärt: „Damit reagieren die Konzerne auf wohl kommende Gesetzesinitiativen.“
Die Mehrheit lässt jedoch im Unterschied zu Microsoft Jahr für Jahr über die Bezüge abstimmen. Das es für große institutionelle Anleger schwierig sei, die Gehaltsstrukturen bei mehreren Unternehmen in so kurzen Abständen ernsthaft zu prüfen, kritisieren Investoren.
Währenddessen müssen beim milliardenschweren Verkauf des Internet-Telefondienstes Skype an eine Investorengruppe immer größere Klippen umschifft werden. Ihre Klagen im Zusammenhang mit dem Deal weiten die skandinavischen Skype-Gründer Janus Friis und Niklas Zennström aus, so US-Medien. Ein Unternehmen der Gründer lies jetzt verlauten, dass einem früheren Top-Manager, der inzwischen Partner bei einem der drei Käufer ist, der Missbrauch vertraulicher Informationen vorgeworfen werde.
Dass man vorhabe 65% von Skype für rund 1,9 Milliarden $ an eine Gruppe um den Netscape-Gründer Marc Andreessen zu verkaufen, teilte der bisherige Eigentümer eBay Anfang September mit. Vor vier Jahren hatte eBay den Gründern Friis und Zennström Skype für 2,6 Milliarden $ abgekauft. Dass sie die Rechte an einer Schlüsseltechnologie für Skype behalten hätten, machen die beiden Pioniere nun geltend. Die Investoren und eBay wurden Ende September von Friis und Zennström verklagt und zwar wegen des Vorwurfs der Urheberrechtsverletzung. Doch auch der Onlinedienst Joost klagt gegen seinen Ex-Chef Michelangelo Volpi und dessen neuen Arbeitgeber Index Ventures. Vor zwei Jahren war voll Volpi Chef von Joost geworden. Bis er dort vor kurzem den Sessel räumen musste, blieb Volpi Verwaltungschef bei Joost, obwohl er im Juli zu Index Ventures gewechselt war.
Quellen: Reuters, The Financial Times, FTD















