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Neue Wege Finden: Beschleunigtes JavaScript für den Firefox

9. September 2008 – 10:10 Uhr

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Bandbreite des Besuchers der entscheidende Flaschenhals war, wenn es darum ging, die Lade-Geschwindigkeit und die allgemeine Performance von Internetseiten zu bestimmen.

Die Verbreitung von Hochgeschwindigkeit-Zugängen wie DSL und Kabelmodems ist so weit fortgeschritten wie noch nie und täglich werden neue Anschlüsse geschaltet - nicht zuletzt, weil die Preise weiter sinken. Modem-Benutzer, aller Technik-Romantik zum trotz, sind eine aussterbende Spezies.

Dazu kommt ein neuer Trend: Viele Internetseiten werden, anders als noch vor einigen Jahren, nicht mehr “am Stück” geladen: Über asynchrone HTTP Anfragen via JavaScript (AJAX) werden Elemente und Inhalte dynamisch nachgeladen, die Datenmengen werden, dank zentralen CSS-Dateien und optimiertem Code, kleiner und auch, dank hohen Bandbreiten, zunehmend weniger relevant. Um so relevanter wird dafür - gerade bei neuartigen Webseiten, die vermehrt auf teilweise komplexe JavaScript Funktionen setzen - wie gut und schnell der Browser mit der Logik der JavaScript Elemente umgehen kann.

Die Entwickler des Firefox Browsers haben diesen Trend erkannt und mit “TraceMonkey” einen neuen, stark beschleunigten JavaScript-Interpreter für den quelloffenen Webbrowser vorgestellt. Dieser soll die Zeit, die zur Berechnung einzelner JavaScript Funktionen nötig ist, auf teilweise unter 5 Prozent optimieren.

Dabei geht TraceMonkey neue Wege: Bisher setzten JavaScript-Interpreter zur Berechnung einer Funktion immer an einem Punkt im intern als eine Art Baum strukturierten JavaScript Code an und folgten dann einem eindeutigen Pfad, bis die komplette Funktion ausgeführt ist. TraceMonkey hingegen betrachtet auch nahegelegene Abzweigungen im Code-Baum: Diese stehen für andere Funktionen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ausgeführt werden sollen. Diese werden ebenfalls mit berechnet und zwischengespeichert. Wird eine dieser Funktionen aufgerufen, muss der Code-Baum nicht erneut abgelaufen werden - die entsprechende Funktion kann einfach aus dem Zwischenspeicher entnommen werden.

Nützlich ist der neue Interpreter aber nicht nur bei der Darstellung und vor allem Berechnung moderner, JavaScript-haltiger Webseiten: Zahlreiche integrierte Funktionen des Browsers basieren intern selbst auch auf JavaScript Elementen. Auch diese sollen effizienter ausgeführt werden, was die Performance des Browsers selbst verbessern soll.

Erstmals in Aktion zu erleben ist der neue JavaScript-Interpreter in der kürzlich erschienenen ersten Vorab-Version von Firefox 3.1

Die finale Version, die die Verbesserung dann auch auf die Rechner zahlreicher Surfer bringen soll, ist für das Jahresende geplant.

In der aktuellen Vorab-Version ist die Funktion übrigens zwar integriert, jedoch nicht ab Werk eingeschaltet. Um den neuen JavaScript-Interpreter zu aktivieren, rufen Sie über die Adresszeile die URL “about:config” auf. Mit Hilfe des Filters können Sie den Eintrag “javascript.options.jit.content” lokalisieren. Wenn Sie den Wert dieser Option auf “true” (wahr) setzen, profitiert der Firefox ab dem nächsten Start von der optimierten JavaScript Berechnung.

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