Palm plagen Geldprobleme, Infineon will zukaufen
1. Oktober 2009 – 17:04 UhrAnalysten sind davon überzeugt, dass RIM (Research In Motion) einen höheren Quartalsgewinn als im Vorjahr präsentieren wird. Dass Apple gut am iPhone verdient ist bekannt und auch die Kanadier bringen ihre Blackberrys mit satten Margen an den Mann. Hingegen ist Konkurrent Palm auf frisches Geld der Aktionäre angewiesen und kann sich nicht ausschließlich mit seinem neuen Hoffnungsträger Pre sanieren. Somit kündigte der Smartphone-Hersteller eine Kapitalerhöhung an.
Voll berücksichtigen konnte Palm im abgelaufenen Quartal erstmals das vom neuen Konzernchef John Rubinstein ins Leben gerufene Pre. In den vergangenen drei Monaten konnte der einstige Innovationsführer rund 823.000 Smartphones auf den Markt werfen. Welchen Anteil daran das Pre hatte, war von Palm jedoch nicht zu erfahren. Auf rund 500.000 Exemplare schätzen Analysten die Verkaufszahlen. Apple setzte zum Vergleich fast exakt 24 Monate zuvor beim Start des iPhone im ersten Quartal 1,12 Millionen Exemplare ab.
Auch in Europa wird zu Beginn des nächsten Quartals das Pre in den Regalen liegen. Die Marge wird jedoch weiter gedrückt, auch wenn die Preisabschläge für das Pre in den USA und die Ankündigungen eines günstigeren Einsteigermodells mit dem Namen Pixi den Absatz ankurbeln. Als „etwas beunruhigend“ bezeichnete Analyst Shaw Wu von Kaufman Bros. den Start des neuen Geschäftsjahres.
Die Zeit, die Trendwende herbeizuführen, läuft dem Unternehmen nach dem neunten Quartalsverlust in Folge davon. Anteilseigner Elevation Partners hat bereits angekündigt, Anteile für 35 Millionen $ zu zeichnen. Auf diese Hilfe ist Palm auch dringend angewiesen. Elevation Partners hatte sich im Sommer 2007 bei Palm eingekauft. Von der Beteiligungsgesellschaft wurde auch Rubinstein ins Unternehmen geholt. 1/3 der Anteile vereinigt Elevation inzwischen auf sich. Auf Grundlage des aktuellen Kurses könnte Palm rund 165 Millionen $ einnehmen, wenn die anvisierten bis zu 18,4 Millionen neuen Aktien ausgegeben werden können.
Da der ehemalige Apple Entwickler Rubinstein (zählt zu den Erfindern des iPods) das Pre in Zukunft noch kräftiger bewerben wird, hat er dieses Geld bitter nötig. „Künftig wollen wir alle Entwicklungsressourcen in die Weiterentwicklung des Betriebssystems Web OS stecken“, so Rubinstein. Von der Anbindung an einen Online-Marktplatz, wo sich die Nutzer Anwendungen auf ihre Mobiltelefone laden und diese dadurch später personalisieren können sowie von der Software, hängt der Erfolg eines Smartphones entscheidend ab.
Analyst Peter Misek von Canaccord Adams ist skeptisch und erklärt: „Wir sind uns nicht sicher, ob die Trendwende schon eingeläutet wurde. Das nächste Quartal wird furchtbar und Palm verliert schon jetzt eine Menge Geld.“ Hinzukommt, dass die Umsatzprognose von Palm im Hinblick auf die Erwartungen deutlich gesenkt wurde.
Währenddessen liebäugelt Infineon mit Zukäufen. Denn trotz seiner Ertragsschwäche will der in den DAX zurückgekehrte Halbleiterhersteller bei Fusionen und Firmenkäufen aktiv werden. Vorstandschef Peter Bauer erläutert: „Wenn es in den kommenden Monaten die erwarteten weiteren Übernahmen und Zusammenschlüsse in der Branche geben wird, wollen auch wir aktiv mitmischen. Natürlich kommt es nicht darauf an, einen Deal auf Teufel komm raus zu machen. Es kann aber auch nicht dabei bleiben, dass sich unser Nettoergebnis wie im vergangenen Quartal negativ darstellt. Um die Erwartungen zu erfüllen, die der Kapitalmarkt an uns stellt, müssen wir an Ertrag zulegen.“
Quellen: Reuters, FTD















