Printverlage wollen Internet-Piraterie bekämpfen
12. Juni 2009 – 17:44 UhrÄhnlich der für Musik zuständigen GEMA erwägen deutsche Verlagshäuser im Kampf gegen die illegale Nutzung ihrer Inhalte im Internet die Gründung einer eigenen Verwertungsgesellschaft. Matthias Döpfner, Chef des Axel Springer Verlags, sagte, dass eine kollektive Verwertung genau geprüft werden sollte. „Wir fordern alle deutschen Verlage zur Teilhabe auf. Schließlich sollte die Gesellschaft auf einem breitestmöglichen Fundament stehen. Da täglich im Internet massiver Rechtsbruch stattfindet, wollen wir diesen systematisch verfolgen und bekämpfen“, verrät Döpfner.
Döpfner macht damit erstmals konkret klar, wie die deutschen Verlage gegen Urheberrecht-Verstöße vorgehen könnten. Diese werden von Firmen begangen, wenn sie beispielsweise Texte aus den Internet-Angeboten von Zeitungen in ihre Web-Seiten integrieren. Vor allem US-Medien wie die Nachrichtenagentur AP hatten bislang mit dem Einsatz spezieller Software und Klagewellen gegen die Internet-Piraterie gedroht. Malte von Trotha, Geschäftsführer der deutschen Nachrichtenagentur dpa, erklärte: „Hehlerware im Internet muss aufgespürt werden!“ Verlagsvertreter schlagen dahingehend vor, dass Web-Inhalte mit Wasserzeichen versehen werden.
„Die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Verlage ist aber dafür die Voraussetzung“, so von Trotha. Sechs Printverlage, darunter Gruner + Jahr, Axel Springer und Bauer, unterstützen eine Forderung an die Politik. In dieser Resolution heißt es, dass es keine rechtsfreien Zonen im Internet geben dürfe. Eine Verwertungsgesellschaft wie die GEMA könnte auf ein solches Leistungsschutzrecht aufbauen. Diese könnte für die Nutzung geschützter Inhalte dann Gebühren eintreiben. Döpfner ergänzt: „Wenn es uns nicht gelingt, zumindest die deutschsprachigen Verlage in der Rechtewahrnehmung zu vereinen, würden wir viel verschenken.“
Quelle: FTD















