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Pusht Windows 7: Microsofts Internet-Pionier Steven Sinofsky

9. November 2009 – 17:32 Uhr

Kaum Auswirkungen sehen Experten im Firmenkundengeschäft mit der Einführung des neuen Microsoft Betriebssystems Windows 7. Meike Escherich, Analystin beim Marktforschungsunternehmen Gartner, erklärte, dass Unternehmen normalerweise rund 12 bis 18 Monate bräuchten, um ein neues Betriebssystem zu testen. Dass Firmen im größeren Stil auf Windows 7 umstellen, davon gehen wir deshalb erst für die zweite Hälfte des Jahres 2010 aus. Eine größere Erneuerungswelle in den Unternehmen bei Computern erwartet auch der Chef des PC-Herstellers Dell, Michael Dell.

Während Firmenkunden aufgrund der Wirtschaftskrise die Investitionen im IT-Bereich nach unten geschraubt haben, schoben im Jahr 2009 vor allem Privatkunden deutlicheren Einbrüche im PC-Markt einen Riegel vor. Mikako Kitagawa, PC-Analystin bei Gartner, glaubt jedoch, dass Verbraucher teilweise ihre Käufe in Bezug auf Windows 7, das passend zum Weihnachtsgeschäft in die Läden kommt, ins vierte Quartal verschoben haben könnten.

Eine bessere Entwicklung als erwartet hatte der weltweite Markt für Notebooks und PCs im abgelaufenen Quartal durchgemacht. Angestiegen sei die Zahl der verkauften Geräte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5%, so Kitagawa. Da sich die Zahl verkaufter PCs weltweit im Gesamtjahr vermutlich lediglich um 2% verringert, scheint das Schlimmste der Krise vorbei zu sein. Von immenser Wichtigkeit ist für Microsoft der Verkauf von Windows-Lizenzen. Für einen Großteil des Gewinns und zirka ein Viertel des Umsatzes steht dieser Geschäftsbereich. Für Microsofts laufendes Geschäftsjahr, das bis Juni 2010 läuft, orakeln Wallstreet-Analysten aufgrund der Flaute im PC-Markt einen stagnierenden Kurs.

Trotzdem hofft Microsoft bei Windows 7 auf einen großen Erfolg. Den hätte Konzernchef Steve Ballmer Steven Sinofsky zu verdanken. Denn vor allem dem 44-Jährigen ist es geschuldet, dass Windows 7 nach einem ziemlich reibungslosen Entwicklungsprozess mit vielen Vorschusslorbeeren und pünktlich an den Start ging. Damit die Entwicklung des umsatzstarken Produkts von einem Profi geleitet wird, wurde Sinofsky vor drei Jahren von Ballmer in die Windows-Sparte versetzt. Ein Fiasko, wie bei der Entwicklung von Windows Vista, sollte der Troubleshooter verhindern und den Laden mal so richtig auf Vordermann bringen. Vista kam schließlich zwei Jahre zu spät und heimste eine Menge Kritik ein.

In Microsofts zweitem Hauptgeschäftsfeld Office, erwarb sich Sinofsky einen Ruf als terminbewusster, effizienter und disziplinierter Boss. Dabei hatten ihm auch Naturgewalten zu einer wichtigen Erkenntnis verholfen. Um an der Cornell University neue Microsoft-Mitarbeiter zu rekrutieren, flog Sinofsky nämlich im Februar 1994 nach New York. Wie Studenten über das Internet ihre Studienpläne zusammenstellen und Mails versenden, beobachtete Sinofsky als ein Schneesturm eingesetzt hatte und er an der Hochschule festsaß.

Neu war schließlich, dass das Internet bereits bei Studenten angekommen war, während es Informatiker wie Sinofsky schon damals regelmäßig nutzten. Begeistert mailte Sinofsky also seinem Chef „Cornell is Wired“, was den Beginn von Microsofts Internet-Engagement bedeutete. Die Entwicklung der hoch profitablen Bürosoftware trieb Sinofsky dann nach seinem Cornell-Ausflug voran. Und nicht nur bei Windows 7 kommt Sinofskys gutes Zeitmanagement zum Tragen. Schließlich erscheint am 30. November auch noch sein 288-seitiges Buch „One Strategy!“.

Quelle: FTD

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