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Skype kooperiert mit Handyherstellern, AOL streicht Jobs

1. Januar 2010 – 16:44 Uhr

Die Ausweitung ins Mobilfunknetz geht der eBay-Ableger Skype an. Skype-Manager Ross Shaw erklärte kürzlich: „Über die Option, Internettelefonie zu offerieren, reden wir mit Telekommunikationsunternehmen und Handyherstellern schon seit langem. Mit der 3-Group, die zu Hutchinson Whampora gehöret, sind wir bereits ein strategisches Bündnis eingegangen“, so Shaw. Vorinstalliert ist Skype schon auf einigen Mobilfunkgeräten. Dass dieses Angebot aktiv unterstützt wird, dagegen sperren sich jedoch die meisten Telekommunikationsfirmen. Schließlich ließen sich mit diesen Angeboten Auslands- und Ferntelefongespräche deutlich kostengeringer absolvieren als dass die Angebote von den Mobilfunkfirmen leisten könnten.

Shaw ergänzte: „Im Hinblick auf die Beziehungen zu Mobilfunkunternehmen werden wir in diesem Jahr einige gute News zu vermelden haben. Potentielle Partner sind auch Mobilfunker aus dem Reich der Mitte. Auf diesem Markt spielen wir mit Skype eine exponierte Rolle.“ Shaw erläuterte, dass man mit chinesischen Mobilfunkkonzernen Gespräche geführt habe. In den kommenden Wochen wolle man gute Arbeitsbeziehungen demonstrieren können und zielführende Gespräche haben, auch wenn dies nicht über Nacht geschehen werde. Shaw nannte allerdings keine Details und erst recht nicht, wer seine Gesprächspartner sind. Mit mehr als 600 Millionen Kunden ist der chinesische Mobilfunkmarkt der größte der Welt. Beherrscht wird der Markt von den drei Unternehmen China Telecom, China Unicom und China Mobile. Gespräche mit Telekommunikationskonzernen führt Skype auch in Europa, Nordamerika und in anderen Märkten Asiens.

Skype, das im Moment noch zur Mutter eBay gehörig ist, soll in naher Zukunft ausgegliedert werden. Da eBay wieder in stärkerem Maße den Fokus auf seinen Online-Zahldienst PayPal und das Auktionsgeschäft legen möchte, soll Skype an eine Investitionsgruppe verkauft werden. „Wir liegen auf Kurs, um schnellstmöglich den Verkauf abzuschließen“, verrät Shaw. Nach Meinung des Skype-Managers sei dies eine positive Veränderung. „Es ist eine gute Sache für uns, da wir nicht an der Börse notiert, aber unabhängig sein werden. Zudem bringen die neuen Investoren eine große Portion Erfahrung mit.“

Im Jahr 2003 wurde Skype gegründet und kann mittlerweile auf mehr als 520 Millionen Kunden verweisen, die registriert sind. Diese nutzen für Textkommunikation, Videogespräche und Telefonate das kostenlose Internetangebot. Einen Umsatz von 551 Millionen $ konnte das Unternehmen im Jahr 2008 erzielen.

Um ein Drittel reduzieren möchte AOL seine Belegschaft. Dass durch den Abbau von rund 2.500 Stellen pro Jahr Kosten von etwa 300 Millionen $ eingespart werden sollen, teilte der Konzern mit. Von der Ausgliederung AOLs aus dem US-Medienkonzern Time Warner wird dieser rigide Sparkurs flankiert. Am 9. Dezember hatte die Konzernmutter ihren Internetdienst AOL abgespalten und in New York an die Börse gebracht. Die Verbindung von AOL und Time Warner wird nun rückabgewickelt, da dieser Deal als einer der größten Fusionsflops in die Geschichte der Wirtschaft eingegangen ist. Die künftigen Investoren von AOL sollen augenscheinlich durch den massiven Stellenabbau vom Potenzial des Internetanbieters überzeugt werden. Immer weniger zahlende Kunden finden sich für viele Inhalte. So sanken die AOL-Umsätze im vergangenen Jahr um 23%.

Quelle: FTD