Kourtis Internet Solutions
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Sony wird zum Netzwerker

8. Januar 2010 – 17:04 Uhr

Fernseher und andere Geräte, die Musik, Videos, Spiele und Software von einem neuen Internetdienst des Unternehmens downloaden können, entwickelt Sony. Dass der Sony Online Service (SOS) die Abrechnungssysteme sowie die bestehende Serverinfrastruktur des Onlinedienst PlayStation Networks nutzen werde, teilte der japanische Elektronikkonzern kürzlich mit. Damit sich Sony von der Konkurrenz absetzen kann, soll diese Strategie dem japanischen Unternehmen helfen. Und dies, obwohl sie sehr an die Strategie Apples angelehnt ist. Schließlich offeriert Apple ähnlichen Service für das iPhone. Bislang war der Online-Shop für die PlayStation 3 nur über die Spielekonsole zugänglich. Zu der Internet-Plattform sollen in Zukunft auch neue Fernseh-Geräte direkten Kontakt herstellen können.

Dem zweiten Jahresverlust in Folge sieht sich das Unternehmen Sony gegenüber. Investoren erwarten von Sony nach einem rigiden Sparkurs mit Standort-Schließungen und Stellenstreichungen nun endlich wieder eine Strategie des Wachstums. Sony sieht sich aber ständig Angriffen von Hersteller-Neuzugängen in der Unterhaltungselektronikbranche wie Apple und Hersteller kostengünstiger Fernseher wie Samsung gegenüber, die den Japanern das Leben recht unangenehm gestalten. Das Unternehmen hatte bereits vor der Rezession große Probleme in die Gewinnzone zu kommen. Auf einen Nettoverlust von 99 Milliarden ¥ (750 Millionen €) für das Jahr 2008 schaut das Unternehmen mit ernster Miene zurück. In Höhe von 95 Milliarden ¥ wird ein Minus für das Geschäftsjahr 2009 erwartet.

Dass die neue Netzwerk-Strategie dazu beiträgt, mehr Gewinn aus dem Verkauf von Inhalten zu generieren und Sonys Hardware attraktiver und beliebter zu machen, hofft Konzernchefs Howard Stringer. Stringer orakelt, dass das Geschäft mit Online-Netzwerkdiensten im Geschäftsjahr bis 2013 einen Umsatz von 300 Milliarden ¥ erwirtschaften wird.

Heruntergeladene Software für das Gamenetwork muss bezahlt werden, dafür braucht man keine Gebühren zu entrichten. Der Leiter der Sony-Sparte für Netzwerkgeräte und Spiele, Kazuo Hirai, sagt, dass der Dienst rasch und ökonomisch eingeführt werde, weil er auf PlayStation Networks aufbaue. „Dabei können wir bereits auf ein Potenzial von 46 Millionen Kunden blicken, die über ein Internet fähiges Fernsehgerät oder eine PlayStation 3 verfügen. Wir hoffen, dass wir bis 2012 rund 53 Millionen Netzwerkgeräte an den Mann bringen können.“

Aus dem Verkauf von 3-D Fernsehern möchte Sony zudem im Jahr 2012 mehr als 1.000 Milliarden ¥ Umsatz einfahren. Auf den Markt kommen sollen die Sony 3-D TV-Geräte nach Unternehmensangaben noch in diesem Jahr.

Als Treiber für die 3-D Technologie gilt die Entscheidung Sonys, diese Technologie in großem Maße zu unterstützen. Bisher konzentriert sich 3-D vor allem auf Kinos. Dass sich die 3-D Technologie tatsächlich auch in der Home-Cinema Branche durchsetzen könnte, darauf weist das Engagement Sonys nun hin.

Quelle: FTD