Streit um E-Book-Preise
28. Juli 2009 – 15:59 UhrIn die nächste Runde geht der Streit um preisgünstige elektronische Bücher. Dass er vorerst Neuerscheinungen nicht mehr sofort beim weltgrößten Internet-Händler Amazon als E-Books anbieten wolle, kündigte jetzt mit Sourcebooks ein unabhängiger und führender Verlag an. Nachdem es bereits als gebundene Ausgabe auf dem Markt erschienen ist, will der Verlag ein populäres Jugendbuch erst nach sechs Monaten als E-Book veräußern. Sourcebooks-Chefin Dominique Raccah erklärte: „Ein neues Buch für nur 9,99 $ zu verkaufen, macht einfach keinen Sinn.“ Mit einer vergleichsweise hohen Auflage von 75.000 Stück plant der Verlag.
Die niedrigen E-Book-Preise von 9,99 $ bei Amazon beklagen amerikanische Buchverlage schon seit langem. Verlage können die Verkaufspreise nicht festsetzen, da es im Gegensatz zu Deutschland in den USA keine Buchpreisbindung gibt. Zwischen 25 und 27 $ kostet normalerweise in Buchhandlungen die gebundene Ausgabe eines Titels. Wenn Verbraucher aber anstatt zur teuer produzierten gebundenen Ausgabe zu tendieren, sofort das günstigere E-Book herunterladen, fürchten Verlage erhebliche Einbußen.
Dass sie durch Amazons Marktbeherrschung zusätzlich unter Druck geraten könnten, E-Books noch günstiger auf den Markt zu bringen, beunruhigt die Verlage zudem. Denn das in Deutschland noch nicht erhältliche Lesegerät Kindle und eine entsprechend genannte Software für das Apple-Handy iPhone, mit dem Kindle-Inhalte gelesen werden können, offeriert Amazon neben den E-Books.
Amazon gibt nicht bekannt, wie viele Lesegeräte bislang verkauft worden sind. Dass der Internet-Händler bis 2012 rund 2 Milliarden $ pro Jahr durch Kindle erlösen wird, davon gehen Brancheninsider aus. Amazon dürfte mit den E-Books jedoch Verluste machen, schließlich werden dort E-Books für nur 9,99 $, veräußert, nachdem zum Beispiel Titel aus der „New York-Times“-Bestsellerliste für 12 bis 13 $ eingekauft werden.
Quellen: Bloomberg, FTD















