Sun Microsystems weiter ohne Käufer
16. April 2009 – 10:50 UhrDer angeschlagene US-IT-Konzern Sun Microsystems verliert nun möglicherweise auch noch seinen Chef, nachdem die Übernahmegespräche mit dem Wettbewerber IBM offenbar gescheitert sind. Unter Berufung auf informierte Quellen berichtete das „Wall Street Journal“, dass der Status von Konzernchef Jonathan Schwartz als sehr prekär angesehen würde, wenn man die Verhandlungen nicht wieder aufnehmen werde. Während Sun-Gründer und Chairman Scott McNealy das Geschäft ablehnte, soll sich Schwartz demnach für einen Abschluss mit IBM stark gemacht haben.
Vergangene Woche waren die Verhandlungen zwischen IBM und Sun ins Stottern gekommen. In der Frage möglicher Kartellprobleme und beim Preis gab es offenbar unterschiedliche Vorstellungen. IBM hatte verhandlungsnahen Kreisen zufolge zuletzt 9,40 $ pro Aktie oder weniger offeriert und lag damit unter seinem ersten Angebot. Nie öffentlich zu den Verhandlungen geäußert haben sich die beiden Unternehmen.
Investoren und Analysten gehen davon aus, dass Sun nun Schwierigkeiten bekommen könnte, andere Interessenten für eine Übernahme zu begeistern. Peter Falvey von Revolution Partners sagte, dass Sun jetzt eine Art beschädigte Ware sei. Er stellte die Frage, was dies für andere Käufer bedeuten würde, wenn IBM schon einen Blick unter die Decke werfen könne und ihnen nicht gefalle, was sie sehen. Insidern zufolge will Hewlett-Packard (HP) beispielsweise die Verhandlungen mit Sun nicht mehr aufnehmen. Über eine Übernahme verhandelt hatte der Computerhersteller bereits im Jahr 2008.
Die Konkurrenten Dell und Cisco Systems werden als weitere potentielle Käufer gehandelt. Bill Kreher, Analyst bei Edward Jones & Co: „Aber auch sie werden vermutlich keine Angebot für Sun vorlegen. Wir sind nicht sicher, wer noch als Käufer infrage kommt. Suns Zukunft ist mehr als ungewiss.“
Quellen: FTD, DPA, Bloomberg















