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Sunrise-Warnung vor neuen Telekom-Monopolen

4. Juni 2009 – 06:32 Uhr

Christoph Brand, Chef des zweitgrößten Schweizer Telekommunikationsanbieters Sunrise, glaubt, dass eine europaweite Remonopolisierung des Telekommunikationsmarktes drohe, wenn die Politik nicht schnell wettbewerbsfreundliche Regeln für den Bau neuer Glasfasernetze fixiere. Brand ergänzt: „Wenn es im Hinblick auf den Glasfaserbau um politische Rückendeckung, Geld und Kabelkanäle geht, haben Ex-Monopolisten alle Vorteile auf ihrer Seite. Die Glasfaserinfrastruktur darf die Politik nicht dem Zufall überlassen, sonst kann der Wettbewerb nicht erhalten werden. Dass Ex-Monopolisten der Konkurrenz vollen Zugriff auf ihre Netze erlauben und keine parallelen Infrastrukturen aufbauen, darauf müssen die Regierungen Acht geben.“

Die Errichtung großflächiger Glasfasernetze, die Fernsehen, Telefon und Daten mit hundertfacher DSL-Geschwindigkeit in die Wohnungen übertragen, wird die Schweiz als eines der ersten Länder Europas nun in die Tat umsetzen. Um in ihren Versorgungsgebieten auch Telekom-Dienste in die Häuser zu liefern, wollen mehrere Elektrizitätswerke, wie beispielsweise in Basel und Zürich, hunderte Millionen Franken investieren. Indem sie Übertragungskapazitäten an Telekom-Anbieter wie die Schweizer Swisscom oder deren Rivalen Sunrise vermieten, wollen die Versorger ihr Glasfasernetz als Großhändler betreiben. Da nicht jeder Anbieter eine eigene Leitung legt, wird der Netzausbau durch dieses „Open Access“ Modell kostengünstiger. Die Elektrizitätswerke können außerdem für die Datenleitungen auf ihre Stromkabelschächte zurückgreifen.

Allerdings regt sich Widerstand gegen das Konzept eines gemeinsamen Netzes. Auf exklusive, eigene Leitungen bestehen Marktführer wie Swisscom oder die Deutsche Telekom. „Das schönste trojanische Pferd seit Troja ist, dass Swisscom in Zürich zwar den Elektrizitätswerken vorgeschlagen hat, den Glasfaserausbau gemeinsam zu stemmen und dafür rund 100 Million Schweizer Franken Zuschuss in Aussicht zu stellen, gleichzeitig aber eine eigene Leitung parallel zu der des Stromlieferanten ziehen möchte“, so Brand. „Geht das durch, ist das Geschäftsmodell des Elektrizitätswerks zerstört.“

Quelle: FTD

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