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Telekom übernimmt Strato, Liberty sorgt für Spekulationen

7. Dezember 2009 – 16:43 Uhr

Das Webhosting-Unternehmen Strato wird der Firma Freenet von der Deutschen Telekom für 275 Millionen € abgekauft. Für kleinere Unternehmen und Privatkunden baut der DAX-Konzern so seine Angebote aus.

In Europa betreibt Strato zwei Rechenzentren. Auf den dortigen Hochleistungsrechnern beziehungsweise Servern laufen unter anderem Online-Shops und Websites von etwa 1,4 Millionen Kunden. Einen Umsatz von knapp 90 Millionen € generierte Strato im Jahr 2008.

Bei diesem Abschluss konnte Freenet seine Vorstellungen nicht komplett durchsetzen: gerechnet hatte der Mobilfunkdienstleister nämlich mit einem Preis von mehr als 300 Millionen €. Weil Strato vor allem kleinere Unternehmen und private Nutzer zu seinen Kunden zählt, soll der Webhoster ins zukünftige Deutschland-Geschäft der Telekom integriert werden.

Betreut werden Großkunden dann über die Telekom-Sparte T-Systems. Die Konkurrenz zu United Internet wird durch die Übernahme verschärft. Beim Hosting ist das Unternehmen führend in Deutschland, als Wiederverkäufer von schnellen Internetleitungen zählt es aber gleichzeitig auch zu den größten Kunden der Telekom. Konkurrenten sind die Unternehmen neben dem Hosting- und DSL- Business auch beim Video-on-Demand-Geschäft.

Spekulationen über einen Verkauf des größten Satelliten-Betreibers der USA hat die Neubesetzung des Chefpostens bei DirecTV ausgelöst. Zum Vorstandschef berief DirecTV mit dem Pepsico-Manager Michael White einen Mann, der ohne Erfahrung im TV-Business ist. Auf Chase Carey, der zu News Corp. von Robert Murdoch wechselt, folgt White.

Das Medienkonglomerat Liberty von John Malone ist bisheriger Mehrheitseigner von DirecTV. DirecTV steht in Deutschland vor der Übernahme des Kabel-Netzbetreiber Unity Media. John Malone erklärt: „Auf den Auslandsmärkten soll White, der bislang das internationale Geschäft von Pepsico zu verantworten hatte, die Ausbreitung von DirecTV nach vorne treiben.“

Als Indiz für einen Verkauf von DirecTV durch Liberty, werten Insider die mangelnde Erfahrung Whites im TV-Business, so die Nachrichtenagentur Reuters. Bis das Unternehmen abgestoßen werde, sei White nur eine Art Babysitter für das Investment. Die Kontrollmehrheit bei DirecTV übernahm Liberty erst im Jahr 2008.

Damit DirecTV mehr Eigenständigkeit bekommt, soll das Unternehmen aus dem Liberty-Verbund ausgegliedert und mit der Liberty-Sparte Entertainment verschmolzen werden. Erleichtert würde so die Fusion mit einem Konkurrenten oder ein möglicher Verkauf. Im Gespräch sind als mögliche Käufer für DirecTV die US-Telekommunikationsunternehmen AT&T und Verizon. Damit Kunden Komplettpakete aus TV, Internet und Telefon aus einer Hand angeboten werden können, kooperieren diese beiden Unternehmen mit DirecTV.

Vorsichtig werden die Verkaufsspekulationen von Analysten bewerten. Tuna Amobi von Standard & Poor’s sagt, dass Malone immer zum richtigen Preis verkaufen würde. Vor den Unternehmen war dazu keine Einlassung zu vernehmen. Dass er wie ein Finanz-Investor auftritt, dafür ist Malone bekannt. Nur solange, bis ihm ein attraktives Kaufangebot vorlag, hat Malone in der Vergangenheit an vielen seiner Minderheitsbeteiligungen festgehalten. Beteiligungen an der Reiseplattform Expedia sowie an den Medienkonzernen Viacom & Time Warner gehören zum Tafelsilber Malones.

Quelle: FTD