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Telenor kooperiert mit Huawei, Nokia Siemens will Nortel-Sparte, Verdi bei T-Mobile USA

14. Dezember 2009 – 17:14 Uhr

Auf die neue Kooperation mit Huawei Technologies aus China setzt das Unternehmen Telenor große Hoffnungen. Dass das strategische Bündnis viele Milliarden Dollar schwere Deals nach sich ziehen könnte, gab das norwegische Telekommunikationsunternehmen jetzt bekannt. Bedeuten könnte dies den Durchbruch für die weltweiten Expansionsziele des chinesischen Netzwerk- und Technikausrüsters. Abgewendet hatte sich Telenor im November von seinen traditionellen Ausrüstern Nokia Siemens Networks und Ericsson. Danach beschloss Telenor mit Huawei das Mobilfunknetz der vierten Generation aufzubauen beziehungsweise die bestehende Infrastruktur zu modernisieren.

„Es handelt sich um einen Langzeitvertrag über eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren“, erklärt Telenor-Chef Jon Fredrik Baksaas. „In Norwegen werden jedes Jahr rund 10% des Telenor-Umsatzes investiert. Und in die Modernisierung des Netzwerks geht davon ein ordentlicher Prozentsatz. Wir sehen insgesamt in Norwegen jährliche Investitionskosten von rund 357 Millionen € vor. Allerdings könnte sich die Partnerschaft letzten Endes auch außerhalb unseres Heimatmarktes fortsetzen.“

Auf Teile des insolventen Nortel-Konzerns hingegen spekuliert zum wiederholten Male der Telefonnetzausrüster Nokia Siemens Networks. Aus Insiderkreisen wurden jetzt Verlautbarungen bekannt, dass das deutsch-finnische Joint Venture zusammen mit dem Finanzinvestor One Equity Partners ein Gebot für die Sparten Ethernet und optische Netzwerke abgegeben habe. Die Firma Ciena, die 10 Millionen $ in Aktien und weitere 390 Millionen $ in bar für die Teile geboten hatte, galt bislang als Favorit.

Dass man weitere Angebote einholt, war Nortel aber gestattet worden. Im Januar wurde Nortel (einstiger IT-Gigant aus Kanada) durch die Wirtschaftskrise in die Insolvenz getrieben. Durch Sparten-Verkäufe versucht sich Nortel seitdem wieder etwas zu erholen. Da im Sommer die Mobilfunksparte an Ericsson aus Schweden ging, hatte Nokia Siemens hier das Nachsehen.

Bei der Deutschen Telekom startet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einen Schulterschluss mit der US-Gewerkschaft CWA. Ein transatlantisches Bündnispaket, unter dem sich die deutsche Gewerkschaft bei der Konzernführung in Bonn auch für die Mitarbeiter der US-Tochter T-Mobile verantwortlich zeichnet, wurde jetzt geschnürt. Die US-Gewerkschaft teilt dazu mit: „Die Deutsche Telekom soll durch diese beispiellose Vereinbarung dazu gebracht werden, diese Interessensvertretung zu tolerieren.“ Unter dem Namen TUnion soll die Operation firmieren. „Wir bieten eine arbeitnehmerfreundliche Arbeitsatmosphäre, die Angestellten haben mehrfach Vorstöße der CWA abgelehnt“, heißt es in einer Erklärung von T-Mobile.

Bislang war es der amerikanischen Gewerkschaft nicht vergönnt gewesen, die Organisation einer T-Mobile-Vertretung ins Leben zu rufen. CWA erläutert ergänzend: „Wir werden einen neuen Anlauf unternehmen, damit die Mitarbeiter organisiert werden und ein Dialog mit den US-Managern der Telekom-Tochter begonnen werden kann.“ CWA-Chef Larry Cohen betonte: „Dass die Doppel-Standards zwischen USA und Europa beendet werden, darum wird sich die gemeinsame Gewerkschaft bemühen.“ T-Mobile USA wird vorgeworfen ihre Anhänger unter Druck zu setzen und zu überwachen. Der größte Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten ist T-Mobile. Das Business es ist auch dort schwer ins Schleudern gekommen. Lediglich bei AT&T gibt es unter den drei größeren US-Konkurrenten Sprint Nextel, Verizon und eben AT&T Mobility eine größere Gewerkschaft, die rund 40.000 CWA-Mitglieder zählt.

Quellen: Reuters, FTD