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Tiscali braucht frisches Kapital

20. März 2009 – 22:37 Uhr

Nach Beendigung der Verkaufsgespräche mit dem Britischen Pay-TV-Sender British Sky Broadcasting (BSkyB) ist der Kurs des Internetanbieters Tiscali in den Keller gerutscht. In der vergangenen Woche musste das Papier zeitweise 47% einbüßen und vom Handel ausgesetzt werden. Dies geschah, nachdem Tiscali verkündet hatte, die Veräußerung seines Geschäfts in Großbritannien zu stoppen.

Somit erreichte Tiscali den Tiefpunkt eines negativen Prozesses, der seit fast einem Jahr andauert. Schließlich kündigte Tiscali im Frühjahr 2008 an, dass es auf der Suche nach Käufern für die Sparten in Großbritannien und Italien sei. Doch es gelang den Italienern nicht, sich mit einem Bieter zu einigen.

Tiscali nannte die verschlechterten Marktbedingungen, unter denen auch der potentielle Käufer operiere, als Grund für den Stopp der Gespräche mit BSkyB. In einer starken Position wähnt sich hingegen der britische Bezahl-Sender. „Weil wir auch organisch wachsen können, sind wir mit Zukäufen vorsichtig“, erklärte ein Sprecher. Auf rund 500 Millionen £ (557 Millionen €) wurde Medienberichten zufolge der Kaufpreis taxiert. Dies wollten allerdings weder BSkyB noch Tiscali bestätigen.

Nun wird dem Internetunternehmen knallhart die Existenzfrage gestellt. Denn mit einem Verkauf hätte Tiscali die Option besessen, die derzeitige Verschuldung von 500 Millionen € deutlich nach unten zu schrauben. Jetzt wird Tiscali mit den Banken (in erster Linie Intesa Sanpaolo und J.P. Morgan) über eine Stundung der Zinszahlungen verhandeln müssen. Allein in den nächsten sieben Tagen müsste Tiscali dahingehend eine Zahlung von 11 Millionen € vornehmen. Insider vermuten, dass Tiscali nur mit frischem Kapital über den Sommer hinaus eine Überlebenschance habe.

Quelle: FTD

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