Verlage kämpfen gegen Internetpiraten
12. April 2009 – 17:23 UhrAn Schärfe nimmt die Diskussion um Urheberrechtsverletzungen im Internet zu. Gegen die unerlaubte digitale Verwertung ihrer Inhalte laufen mehrere große Medienhäuser Sturm. Ein hartes Vorgehen kündigte vergangene Woche die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) an. AP-Verwaltungsratschef Dean Singleton erklärte: „Wie sich andere unter Berufung auf eine fehlgeleitete, unbegründete Rechtsauslegung mit unserer Arbeit davon machen, dem können wir nicht länger zusehen.“
Der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlags, Matthias Döpfner, erneuerte indes seine Forderung nach einem gesetzlichen Leistungsschutzrecht für Verlage. Gezielt angegriffen hatte zuvor Rupert Murdoch, Chef des US-Medienkonzerns News Corp., die Internetsuchmaschine Google. Auf einer Kabelkonferenz in Washington artikulierte sich Murdoch folgendermaßen: „Auf die Frage, ob wir Google erlauben sollten, all unsere Urheberrechte zu stehlen, sollten wir antworten: Danke, aber nein danke!“ „Dass manche Websites als Parasiten oder moderne Bandwürmer in den Eingeweiden des Internets zu betrachten sind“, so wurde Robert Thomson, Chefredakteur des „Wall Street Journal“ (gehört zu News Corp.), von einer australischen Zeitungen zitiert.
Fieberhaft nach Einnahmequellen suchen Medienkonzerne im Hinblick auf dramatisch einbrechende Werbeerlöse. Nicht kompensiert werden können die Rückgänge im klassischen Geschäft durch die Werbeumsätze im Internet. Da sich Bezahlmodelle in den meisten Fällen nicht durchsetzen konnten, bieten die Verlage ihre Inhalte außerdem im Netz fast immer kostenlos an. Jetzt soll wenigstens die Exklusivität der Inhalte im Web gesichert werden. Springer-Boss Döpfner sagte, dass der Copypreis der Zukunft das Copyright sei.
Nicht nur gegen Suchmaschinen wie Google, die ihre journalistischen Inhalte bündeln, richten die Medienunternehmen ihre Angriffe. Im Fokus stehen auch andere professionelle „Aggregatoren“, wie beispielsweise Unternehmen, die Fremdbeiträge zu Marketingzwecken auf ihre eigenen Website einbinden oder Online-Texte in Pressespiegeln publizieren und damit einen Urheberverstoß betreiben.















