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Netzwerke mit LED-Lampen als WLAN-Alternative

13. Oktober 2008 – 10:32 Uhr

Forscher des „Smart Lighting Centers“ der Boston University haben ein auf 10 Jahre angelegtes Forschungsprojekt begonnen, bei dem LED-Lampen zur Datenübertragung genutzt werden sollen. Damit sollen die bisher für drahtlose Netzwerke verwendeten Radiowellen abgelöst werden.

Die Forscher prognostizieren, dass die Zukunft den LED-Lampen gehören wird und bisherige Leuchtmittel der Vergangenheit angehören werden. Bei der Datenübertragung soll dann jede einzelne LED als Access Point dienen und ganz normale Lampen sowohl zur Raumbeleuchtung, als auch zum Netzwerkzugang genutzt werden. Diese Lampen, mit einem Netzwerkanschluss versehen, schalten sich dann mit so hoher Frequenz an und aus, dass es vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen wird und die Beleuchtung nicht davon beeinträchtigt wird. Dadurch kommt es zu einer Datenübertragung, wie es heute bereits bei anderen Geräten der Fall ist. So überträgt beispielsweise die Fernbedienung per Infrarot-Licht die Anweisungen an den Fernseher.

Nach den Forschern ist ein großer Vorteil dieser Netzwerke, dass das Netzwerk erst aktiviert werde, wenn es auch gebraucht wird und nicht wie WLAN-Router die ganze Zeit über senden. LED-Signale können auch nicht abgehört werden, wie es bei WLAN der Fall ist. Das Signal ist nur innerhalb eines Raumes zu empfangen, lichtundurchlässige Vorhänge vorausgesetzt. Außerdem können sich die LED-Netzwerke nicht gegenseitig stören, da die Reichweite kleiner ist als bei WLAN und durch den Nutzer selbst mit der Verteilung der Lampen eingestellt wird. Ausgefallene LEDs werden sofort durch andere LEDs der Lampe ersetzt. Auch mit anderen Lichtquellen wären solche Netzwerke möglich, allerdings würden sie zu geringeren Datenübertragungsraten führen.

Ein Nachteil dieser Technik ist allerdings, dass das Sonnenlicht ausgesperrt werden muss, um Störungen zu vermeiden. Außerdem kann man nicht im Dunkeln surfen und auch tagsüber muss das Licht brennen. Neben diesen Netzwerken wird an der Boston University auch an der LED-Technik selbst geforscht, um sie leistungsfähiger und energiesparender zu machen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich dieses Projekt in den nächsten 10 Jahren entwickelt.

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