Quantenkryptographie: Wien lässt Datenschützer jubeln
8. Oktober 2008 – 19:21 UhrHeute feiert die Quantenkryptographie in Wien Weltpremiere. 41 Teilnehmer aus 12 Ländern arbeiteten seit April 2004 Jahren am Forschungsprojekt SECOQC („development of a global network for secure communication based on quantum cryptography“), das heute das erste Kommunikationsnetz präsentiert hat, das mit Hilfe der Quantenkryptographie abgesichert ist. Ziel des Projekts ist es, die Quantenkryptographie wirtschaftlich nutzbar zu machen und ein europaweites, quantenkryptographisch abgesichertes Netzwerk zu schaffen.
Bei der Quantenkryptographie handelt es sich um ein Verschlüsselungsverfahren, das – im Gegensatz zu anderen Kryptosystemen wie AES oder RSA – auf physikalischen statt mathematischen Gesetzmäßigkeiten aufgebaut ist. Die Prinzipien der Quantenkryptographie ermöglichen eine absolut zufällige Schlüsselerstellung, bei der jeder unbefugte Eingriff festgestellt wird. Die erste Theorie dazu wurde bereits im Jahre 1984 von Charles Bennett und Gilles Brassard entwickelt.
Bei diesem Verfahren tauschen Sender und Empfänger polarisierte Photonen aus und vergleichen die Ergebnisse anschließend. Sollte jemand dabei in die Übertragung eingegriffen haben, so hat er damit die Polarisation verändert, was Sender und Empfänger beim Ergebnisvergleich auffallen wird. Deshalb kommt am Ende ein Schlüssel heraus, den nur Sender und Empfänger wissen können. Mit diesem Schlüssel wird jetzt die gesamte Nachricht verschlüsselt, allerdings muss der Schlüssel genauso lang sein wie die Nachricht selbst, denn nur dann ist diese wirklich unentschlüsselbar.
Das in Wien vorgestellte Netzwerk besteht aus sechs Anschlüssen, die miteinander mit sieben Glasfaserkabeln mit bis zu 85 km Länge verbunden sind. Außerdem sind zwei Anschlüsse durch einen so genannten „free-space Link“, einer direkten Sichtverbindung zwischen zwei Teleskopen, verbunden. Insgesamt werden im Netzwerk sechs verschiedene Quantenkryptographie-Technologien eingesetzt, die unterschiedliche Methoden zur Schlüsselerzeugung verwenden. Alle diese Technologien werden auf dieser Seite in englischer Sprache beschrieben.
















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