Kourtis Internet Solutions
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Oracle übernimmt Sun

21. April 2009 – 11:32 Uhr

Die Telefonkonferenz dauerte eine knappe Viertelstunde, dann war die Ankündigung der drittgrößten Übernahme Oracles abgeschlossen, nachdem um 5.45 Uhr kalifornischer Zeit die fünf Top-Manager von Oracle und Sun den Deal abgenickt hatten. Während Oracle-Chef Larry Ellison durch den Zukauf Zugriff auf interessante Softwareprojekte, wie die verbreitete Programmierumgebung Java und das Betriebssystem Solaris erhält, spielt der auf Unternehmenssoftware und Datenbanken spezialisierte Konzern nun auch bei der Herstellung von Computern mit. Ellison begründet den Schritt damit, dass Oracle mit der Übernahme von Sun nun alle technologischen Bausteine liefern und sie es einander anpassen könne.

Viele große Anbieter haben den Schritt „Alles aus einer Hand“ schon vorher getan. Seit geraumer Zeit bauen vor allem Hardwarekonzerne das Geschäft mit Services und Software aus. Mehrere Milliarden $ hat beispielsweise der Technologie-Riese IBM für IT-Dienstleister und Softwarefirmen hingeblättert. Durch die fast 14 Milliarden $ teure Übernahme des IT-Dienstleisters EDS hat Konkurrent Hewlett-Packard 2008 sein Servicegeschäft ausgebaut. Zudem kündigte kürzlich der Netzwerkausrüster Cisco, der schon eine Reihe von Unternehmen übernommen hat, den Verkauf von leistungsfähigen Zentralrechnern – so genannten Servern – an. Dies ist das Kerngeschäft von Sun.

Rüdiger Spies, Analyst beim IT-Marktforschungsunternehmen IDC, erklärt: „Die Branche konsolidiert sich und wird erwachsen. Um weiterwachsen zu können, müssen deshalb vor allem die großen Anbieter über Akquisitionen ihr Geschäft ausbauen.“

Sehr hoch ist Oracles Profitabilität im Vergleich zu vielen Hardwareherstellern. Peter Kreutter, Brachen-Experte an der „WHU Otto Beisheim School of Management“, ergänzt: „Um ein Nischenanbieter zu sein, ist Oracle zu groß. Um weiter bei den Großen mitspielen zu können, werden sie vielleicht das Geschäft auch in weniger margenträchtige und wachstumsstarke Segmente ausweiten.“

Quelle: FTD