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SAP bringt neue Online-Software-Strategie auf den Weg

18. Juni 2009 – 19:23 Uhr

Vergangene Woche präsentierte der Softwarekonzern SAP eine neue Strategie für Software zur Online-Nutzung. SAP-Manager John Wookey erläuterte in Amsterdam einen neuen Ansatz, wonach die Internet-Dienste des Walldorfer Unternehmens mit dem traditionellen Software-Geschäft gekoppelt werden sollen.

Wookey hat bei SAP die Verantwortung für Software-on-Demand. Der Kunde nutzt dabei eine bestimmte Software über eine Web-Verbindung und braucht sie nicht auf seinem Rechner zu installieren. SAP sieht in diesem neuen Markt, in dem die Software nicht als einzelnes Produkt verkauft wird, eine langfristige Bedrohung für sein Kerngeschäft.

Ein klarer Kurs konnte bei SAP dahingehend aber noch nicht gefunden werden. Von Anbietern wie Salesforce wird der Markt im Moment dominiert. Diese Anbieter verlangen für die Online-Nutzung der Software meist eine monatliche Gebühr.

Josh Greenbaum, Analyst bei Enterprise Applications Consulting, erklärt: „Für SAP sind die neuen Softwaredienstleistungen existenziell. SAP wird überrollt werden, wenn man kein tragfähiges Modell für die Online-Sparte finden sollte.“ Dass es keine Strategie gegeben habe, bis Wookey kam, ergänzt Bruce Richardson, Analyst bei AMR Research in Boston.

Wenig erfolgreich verliefen die ersten eigenen Gehversuche von SAP beim Thema Software-on-Demand. Wookey verrät: „In den ersten drei Jahren hat ein Internetservice zur Verwaltung der Kundenbeziehungen von Vertriebsmitarbeitern nur ein paar Dutzend Kunden akquirieren können. Einen neugestalteten Service treiben wir nun voran.“

Die Einführung von Business By Design (Software zur Online-Miete) verzögert sich derweil. Dass ihre Pläne für das Softwarepaket zu ambitioniert gewesen seien, mussten jetzt SAP-Manager zugeben. Auf über 1.000 gestiegen ist dank Übernahmen die Zahl der Software-on-Demand-Kunden bei SAP. „Sie bilden die Grundlage für eine breit angelegte Strategie“, so Wookey.

Quellen: The Financial Times, FTD