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ARM setzt AMD und Intel unter Druck, Continental will Autos vernetzen

15. August 2009 – 11:37 Uhr

Aufbruchstimmung wittern Management und Ingenieure des britischen Chip-Designers ARM. Dies ist der neuen Auswahl an Betriebssystemen geschuldet. Die ARM-Architektur nutzen rund 95% der Handychips, schätzen die US-Marktforscher von In-Stat. Da das führende Betriebssystem Windows nicht auf die Prozessoren abgestimmt ist, werden in Notebooks oder PCs ARM-Chips hingegen nicht verwendet. Mit der so genannten x86-Architektur sind vor allem Chips von AMD und Intel kompatibel.

Ab 2010 hofft ARM auf einen Anteil von 20 bis 30% im Markt für die kleinen und billigen Notebooks, die so genannten Netbooks. ARM kündigte zuletzt an, dass noch in diesem Jahr vier bis fünf PC-Hersteller ARM-basierte Netbooks auf den Markt bringen würden. Windows-Alternativen (Windows selbst läuft auf solchen Rechnern nicht), wie das von Google avisierte Chrome OS und Linux, sollen auf diesen Computern installiert werden.

ARM produziert selbst keine Prozessoren, sondern entwickelt lediglich die Technologie. Diese Technologie wird dann an Hersteller lizenziert, die damit eigene Chips herstellen beziehungsweise herstellen lassen. Texas Instruments, Infineon, Qualcomm oder Freescale zählen beispielsweise zu den Kunden von ARM. Auf Grundlage von ARM wurden auf der asiatischen IT-Leitmesse „Computex“ bereits neue Geräte vorgestellt. Etwas kleiner als Netbooks, die meistens mit 10-Zollbildschirm ausgestattet werden, sind diese so genannten Smartbooks.

Qualcomms Vorstandschef Paul Jacobs erklärte: „Ein Smartphone, das immer an ist, viel weniger Strom verbraucht als ein Netbook, über eine voll ausgestattete Tastatur sowie einen größeren Bildschirm verfügt und so wie bei einem Blackberry laufend E-Mails herunterlädt, ist im wesentlichen solch ein Gerät.“

Mehrere Hersteller hat Qualcomm für seine Geräte bereits aufgetan. So zeigten Auftragshersteller wie Wistron und Compal sowie die PC-Produzenten Toshiba und Asus auf der „Computex“ bereits solche Netbooks. Auf die Erfahrung aus der Handy-Herstellung hoffen die Anbieter.

Mit geringer Hardwareausstattung gute Leistung bieten und wenig Strom verbrauchen, müssen diese reinen Internetgeräte, mit denen User ständig unterwegs ins Web gehen können wollen. ARM-Chips sind hier traditionell im Vorteil. Die Prozessorhersteller liebäugelt auf der Suche nach der passenden Benutzeroberfläche mit Google. Bei der Entwicklung von OS zählen Texas Instruments, Freescale und Qualcomm zu engen Kooperationspartnern.

Da Intel (im Markt für Handychips momentan nicht vertreten) eine Zusammenarbeit mit dem Handy-Hersteller Nokia verkündet hat, läuft auch dieses Geschäfte für ARM nicht konkurrenzlos. Denn so will Intel speziell für das mobile Internet Chips entwickeln.

Ebenfalls um das mobile Internet dreht sich im Moment vieles bei Continental. Denn für den Webzugang im Auto möchte der Autozulieferer Android nutzen. In Zukunft möchte Continental somit auch das Auto vernetzen. Die neue Fahrzeugelektronik hat den Namen „Autolinq“. In frühestens zwei bis drei Jahren sollen Fahrer und Beifahrer damit das Internet im Fahrzeug sicher nutzen können. Auf dem Open-Source-Projekt Android von Google basiert das System. Eine Spielwiese für viele Entwickler ist dieses System. Ein Sprecher von Continental erklärt: „Die Entwickler entwerfen entsprechende Programme, nachdem wir die Rahmenbedingungen gesetzt haben.“

Dass das Surfen keine Behinderung für den Verkehr darstellen darf, ist oberste Priorität für die Tüftler. Ergo muss der Online-Zugang im Auto einfach zu bedienen sein.


Quelle: FTD