Kourtis Internet Solutions
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China plant Blockade-Software für alle Computer

5. Juni 2009 – 09:56 Uhr

Nur noch mit einer Zensur-Software, die den Zugriff auf bestimmte Webseiten verhindert, dürfen in Zukunft Computer in China veräußert werden. In einem Artikel des „Wall Street Journal“ wird berichtet, dass die chinesische Regierung die großen PC-Hersteller weltweit darüber bereits informiert habe. Offiziell heißt es, die neue Vorschrift solle chinesische Jugendliche vor pornographischen Internetinhalten schützen. Am 1. Juli soll der Startschuss erfolgen. Dass durch das Programm auch die Zensur von regierungskritischen Websites angekurbelt wird, befürchten jedoch Kritiker.

Die großen Computerhersteller werden durch diese neue Vorgabe in einen ethischen Konflikt gestürzt. Schließlich würden sie die von anderen Regierungen und von Menschenrechtsorganisationen gegeißelte Blockade von Internetinhalten in China unterstützen, wenn sie ihre Geräte mit der geforderten Zensur-Software ausliefern. Auf der anderen Seite würden die Anbieter natürlich den Zugang zu einem der größten Absatzmärkte für Computer weltweit gefährden, wenn sie der Regelung nicht nachkommen.

Auch die großen Suchmaschinenanbieter sahen sich mit dem gleichen Problem vor einigen Jahren konfrontiert. Einen Service in China aufbauen durften nur jene Suchmaschinenanbieter, die sich damit einverstanden erklärten, die aus Regierungssicht kritischen Seiten aus ihrem Suchindex zu löschen. Deshalb sucht man bei Google China beispielsweise vergeblich nach Informationen über das Massaker auf dem „Platz des himmlischen Friedens“ vor 20 Jahren. In westlichen Ländern bekam Google dadurch einen erheblichen Imageschaden zu spüren.

Im Moment sieht es so aus, dass die Computerhersteller klein beigeben. Eine Sprecherin von Hewlett-Packard, dem größten Computeranbieter auf dem chinesischen Markt,erklärte: „Wir arbeiten mit den Regierungsbehörden zusammen und wollen uns auf das bestmögliche Vorgehen einigen. Dabei wollen wir gleichzeitig den Auflagen der Regierung entsprechen und eine gute Lösung für den Kunden bieten.“

Quellen: FTD, Wall Street Journal