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Oracle expandiert weiter

29. April 2009 – 14:53 Uhr

Auch wenn die Milliarden-Übernahme von Sun ein dicker Brocken für Oracle ist, war sie bei weitem nicht die größte Akquisition, die der kalifornische Konzern zuletzt in die Tat umgesetzt hat. Oracle-Chef und Gründer Lawrence Ellison übernahm erst im Januar 2008 für 8,5 Milliarden $ den Unternehmens-Softwareanbieter BEA. Außerdem legte Oracle in den vergangenen Jahren für Siebel (5,85 Milliarden $), Hyperion (3,3 Milliarden $) und Peoplesoft (10,6 Milliarden $) bereits mehrfach hohe Beträge auf den Tisch.

Laut US-Finanzanalysedienst Fact Set und dem „Wall Street Journal“ hat Ellison seit Juli 1992 mehr als 260 Übernahmen durchgeführt. Allein seit Beginn des Jahres 2005 gab das Unternehmen dafür 43 Milliarden $ aus. Darin sind jene Übernahmen nicht mit eingerechnet, deren Kaufpreise nicht bekannt wurden.

Im Silicon Valley ist Ellison längst zu einem modernen Napoleon geworden. Und in der Rolle eines exzentrischen Eroberers gefällt er sich wohl auch im Hinblick auf private Dinge. Er ließ sich so beispielsweise für hunderte Millionen Dollar ein Anwesen errichten, das dem japanischen Kaiserpalast in Kyoto nachempfunden ist. Ein ohrenbetäubend lauter Kampfjet, mit dem Ellison in mehrfacher Schallgeschwindigkeit über den Pazifik jagt und damit schon seine Nachbarn verärgert hat, ist eines seiner Spielzeuge. Oracles Segelteam misst sich auf hoher See mit dem von Hasso Plattner (Oracle-Rivale und Mitgründer des Unternehmens-Software-Giganten SAP).

Bisher musste Ellison seine riskanten Unternehmungen nicht bereuen, da er laut US-Magazin „Forbes“ mit einem geschätzten Privatvermögen von 22,5 Milliarden $ der viertreichste Mensch der Welt ist. Durch Zukäufe baut der 64-Jährige seinen Datenbank-Weltmarktführer zu einem Komplett-Anbieter von Internetdienstleistungen und Software weitsichtig aus.

Quelle: FTD