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Qualcomm braucht Strategiewechsel

22. Juli 2009 – 17:40 Uhr

Der weltgrößte Mobilfunkchiphersteller Qualcomm wird durch einen Technologiewechsel in der Handybranche zu einer neuen Wachstumsstrategie gezwungen. Stützen konnte sich Qualcomm bislang auf einen wachsenden Strom an Lizenzeinnahmen für eigene technische Patente. Aber jetzt steuert die Handybranche auf den neuen Standard Long Term Evolution (LTE) zu. Dieser neue Standard soll vor allem die Datenübertragung verbessern.

Weniger Technologie, für die Qualcomm Patente hält, nutzen diese Netze der vierten Generation. Wenn ein Handy über die Qualcomm-Technik verfügt, kann der Konzern bislang bis zu 5% des Einkaufspreises einstreichen. Vorstandschef Paul Jacobs erklärte gegenüber der Zeitung Financial Times Deutschland, dass die Lizenzgebühr für den LTE-Standard 3,25% betragen würden. „Trotzdem wird es viel Wachstum geben, da praktisch alle Geräte mit Mobilfunkchips ausgerüstet sein werden“, so Jacobs.

Dass Qualcomm seine Chiptechnologie in immer neuen Geräten unterbringen muss, um das Wachstum halten zu können, räumt Jacobs damit ein. Rund 2/3 des Qualcomm-Gewinns in Höhe von 3,2 Milliarden $ und fast 1/3 von Qualcomms Umsatz von 11,1 Milliarden $ machten im jüngsten Geschäftsjahr Lizenzgebühren aus. Jacobs Hoffnungen werden dadurch gestützt, dass tatsächlich in immer mehr Elektronikgeräte Handychips eingebaut werden.

Jacobs: „Handys mit neuer Elektronik wie etwa Bewegungssensoren auszustatten, diesen Trend treiben wir deshalb auch voran. Dies erhöht den Chipabsatz. Zu einem generellen Trend hat Apple mit dem iPhone solch ausgerüstete Handys gemacht, die leistungsfähigere Chips brauchen.“

Mit dem Aufbau von Netzen des LTE-Standards, der die als UMTS bekannte Technologie erweitern wird, starten jetzt Mobilfunkunternehmen. Für den Funkstandard CDMA hält Qualcomm Patente. Diesen Funkstandard rief Qualcomm-Gründer Irwin Jacobs (Paul Jacobs‘ Vater) Ende der 1980er Jahre ins Leben.

Quelle: FTD