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Rekordstrafe für Qualcomm

21. Juli 2009 – 17:33 Uhr

Qualcomm soll umgerechnet rund 208 Millionen $ berappen. Die koreanische Wettbewerbsbehörde FTC hat solch eine hohe Strafe noch nicht annähernd verhängt. Die Behörde erklärte zur Begründung: „Durch die Verordnung von Lizenzgebühren hat der Chiphersteller seine Macht als Marktführer missbraucht. Das Unternehmen hat außerdem abhängig von der Nutzung bestimmter Produkte Preisnachlässe gegeben.“ Qualcomm will in Berufung gehen, da man die Strafe für ungerechtfertigt und überzogen hält.

Dank der beiden großen Handyhersteller LG und Samsung ist Südkorea eine der wichtigsten Einnahmequellen Qualcomms. Der kalifornische Konzern kontrolliert nicht nur den Markt für CDMA-Modemchips zu 99,4%, sondern kassiert auch einen Großteil der Gebühreneinnahmen aus Schlüsselpatenten für diesen vor allem in Korea, Japan und den USA benutzten Mobilfunkstandard.

LG und Samsung gelten als größte Nutznießer der Entscheidung. Durch die Öffnung des Wettbewerbs erhoffen sich die südkoreanischen Großkonzerne geringere Einkaufspreise. Die bisherige Rekordstrafe von 113 Milliarden Won (91 Millionen $) wird durch diese hohe Summe bei weitem übertroffen. Im Jahr 2005 verurteilte die FTC Südkoreas größten Festnetzbetreiber KT Telecom zu dieser Strafe.

Aus- und inländische Unternehmen werden von den Sanktionen der FTC getroffen. Für die Bündelung seiner Software bat die FTC 2005 Microsoft zur Kasse. Intel traf es zwei Jahre später. Auch die größten Raffinerien des Landes, den Autobauer Hyundai und 10 Sachversicherer sanktionierten die Wettbewerbshüter 2007 zu hohen Geldstrafen. Samsung musste im vergangenen Jahr dran glauben.

Dass die FTC den heimischen Großkonzernen zu nahe stünde, unken Kritiker. Dass die FTC zarter mit Großunternehmen umgehen würde, befürchteten diese vergangenes Jahr, als die Behördenspitze neu besetzt wurde.

Quelle: FTD